30. Juni

Morgens um 7.00 Uhr strahlend tiefblauer Himmel und nicht eine einzige Wolke zu sehen. Wir fahren über Sterling, Soldotna nach Kenai. Die 1791 von den Russen gegründete Stadt ist heute mit 7'100 Einwohnern, die grösste der Halbinsel. Die russisch-orthodoxe Kirche erinnert mit ihren drei Zwiebeltürmen an die Ursprünge Kenais. Wir parken beim Visitor-Center wo ein kurzer Weg entlang der Mainstreet zum Beluga Whale Lookout führt. Die weissen Belugawale halten sich allerdings in den letzten Jahren immer seltener im Mündungsbereich auf. Unterwegs Richtung Homer blinkt plötzlich die Öllampe und der Text Motoröl wechseln auf. Das haben wir ja in Dawson City gemacht. Aber hier ist niemand in der Lage den Bordcomputer zurückzustellen. Wir studieren das Handbuch und wie heisst es so schön: Kontaktieren sie einen Fiat-Händler. Wenn es denn einen hätte. Ganz USA und Kanada Fehlanzeige. Also fahren wir mal weiter und schauen was passiert. In Homer stellen wir uns auf den Ocean View RV-Park, es ist bereits wieder stark bewölkt und fahren mit dem WOMO zum nächsten Reifenhändler. Keine Chance!!! Hoffentlich halten die Reifen bis Kanada, vielleicht haben wir dort mehr Glück. 

Da hier alles sehr weitläufig ist, fahren mir mit dem WOMO zum Spit, einer 7 km langen, schmalen Landzunge die wie eine spitze Nadel tief in die Kachemak Bay hineinsticht. Hier schlendern wir vorbei an Souvenirläden und Anbietern von Adventure Touren. Die umliegenden Inseln mit Kodiak Bären etc. sind nur per Boot oder Wasserflugzeug erreichbar und die Preise jenseits von gut und böse. Wir essen Krabben-Käse-Weisswein Fondue. Sehr lecker!!! Zurück beim WOMO fängt es doch schon wieder an zu regnen.

 

1. Juli

Das Wetter bleibt unbeständig und es regnet auf der ganzen Strecke von Homer bis Soldotna. Doch wir sehen am Strassenrand 2 junge Elche. Nach Rücksprache mit einer Werkstatt in der Schweiz könnte betr. Rückstellung des Bordcomputers eine Chrysler-Dodge Werkstatt weiterhelfen.  In Soldotna werden wir fündig aber nach einer Stunde müssen wir unverrichteter Dinge weiterziehen. Wir fahren zum nächsten Einkaufscenter und dort checken wir unsere E-Mail. Renate und Manfred schreiben uns, dass sie in Soldotna auf dem Campground Centenniel Park stehen. Wir fahren hin und kurven 2 mal über den sehr grossen Platz und werden nicht fündig. Internet gibt es hier nicht und somit ist keine Kommunikation möglich. Also fahren wir nochmals zurück zum Parkplatz des Einkaufszentrums und siehe da, die beiden sind gerade am Grauwasser entleeren. Wir fahren gemeinsam zum Platz, checken ein, spazieren am Fluss und am Abend wird ein Feuer entfacht und gegrillt. Das Wetter wird auch wieder besser. War mal wieder ein richtig schöner entspannter Abend zu viert.

 

2. Juli

Heute wollen wir eine kleine Wanderung zum Exit Glacier unternehmen. Bei Sonnenschein fahren wir bis kurz vor Seward und biegen dann ab und fahren auf einer Stichstrasse zum Parkplatz. Es gibt noch ein paar wenige Parkplätze und ein Ranger macht uns gleich darauf Aufmerksam, dass hier Overnight Parking verboten sei. Ein kurzer Trail führt uns bis an den Fuss zum Harding Icefield gehörend zum Exit Glacier. Den dramatischen Rückgang des Gletschers dokumentieren Markierungen mit Jahreszahlen.

Wir wollten frei am Fluss stehen, aber der Wind war so heftig, dass man nicht draussen sitzen konnte. Also fahren wir die paar km bis nach Seward. Dieses Wochenende dahin zu fahren war die schlechteste Entscheidung. Es hat sich eben so ergeben, weil wir für Mittwoch die Fähre von Whittier nach Valdez gebucht haben. Erstens ist es ein langes Wochenende (am Montag 4. Juli ist Independence Day) und gleichzeitig findet dann das Mount Marathon Race statt. Dies gilt als absoluter Härtetest; der Sieger bewältigt den zum Teil sehr steilen Weg zum Gipfel (921m) und zurück ins Tal unter 43 Minuten.

Alles ist komplett voll, hunderte von WOMOS stehen am Waterfront Park und überall heisst es „Campground full“. Ok, dann fahren wir wieder ein Stück zurück und finden auf dem Bear Creek RV Park ein Plätzchen. Es ist zwar ein Riesenchaos vor dem Office aber die Sanitäranlagen sind tiptop. 

 

3. Juli

Kaum waren wir im Bett hat es wieder angefangen zu regnen und am Morgen war alles nebelverhangen. Was sollen wir machen? Bis nach Whittier wo am Mittwoch die Fähre geht sind es gerade mal 130 km. Ich schaue im Reiseführer nach und es soll dort einen RV Park und Campground geben. Dann fahren wir dahin und ich kann dort bestimmt Wäsche waschen, meine Hompage aktualisieren und am Fotobuch arbeiten. Wir kommen zu einem kombinierten Tunnel für Eisenbahn und Auto. Es ist Einbahnverkehr und wir müssen noch 15. Minuten warten. Nach Bezahlung von 13 Dollar dürfen wir los. Der Tunnel ist 4 km lang und wir erreichen Whittier. Dieser Ort besteht aus vielen Parkplätzen, 2 Gift-Shops und 3-4 kleinen Fressbuden und einem Hotel. Natürlich liegen viele Fischerboote im Hafen. Wir suchen den PV Park welcher sich als grosser Schotterplatz mit vielen Löchern, ohne Strom, ohne Duschen, ohne WIFI nur mit Dixi Klo erweist. Renate und Manfred hatten dieselbe Idee und haben für uns einen Platz reserviert. Zu viert marschieren wir los und versuchen beim Fährbüro unserer Passage umzubuchen. Leider keine Chance. Wir essen etwas Kleines und laufen zurück zum WOMO. Da es um Mitternacht ein Feuerwerk geben soll, versuchen wir etwas zu schlafen. Es regnet und regnet und wir spielen bei Renate und Manfred bis 23 Uhr Yatzy. Warm eingepackt laufen wir zum Hafen und zusammen mit vielleicht 100 Leuten schauen wir dem 15-Minutigen Feuerwerk zu. Um halb 1 sind wir wieder zurück.

 

4. Juli

Wir schlafen heute etwas länger und das Wetter ist wirklich zum kotzen. Hinter uns der Tunnel (auf der anderen Seite ist auch nichts) und vor uns der Fährhafen. Man kommt sich so richtig eingeschlossen vor.  Gegen Mittag (natürlich bei Regen und Nebel) laufen wir zu dem Hotel in der Hoffnung, dass wir kurz unsere Mail checken können. Auch ist heute ein Zug angekommen.  Den ganzen Nachmittag sitzen wir im WOMO, spielen oder lesen. Für den Abend haben wir einen Tisch im kleinen China-Restaurant reserviert. Renate und Manfred feiern Hochzeitstag. Das essen hat sehr gut geschmeckt und anschliessend laufen wir wieder zum Hotel um einen Drink zu nehmen. Um 21.00 sind wir im Bett. 

5. Juli

Heute regnet es nicht – es schüttet den ganzen Tag!!!! Gottseidank kommen wir morgen aus diesem verlassen Ort raus.