6. Juli

Bei Regen geht's um 11.30 zur Fähre. Die Passage soll ja "bei schönem Wetter" recht attraktiv sein. Auf der 9-stündigen Überfahrt sehen wir ein paar Delphine und einen Wal. Die Berge sind total wolkenverhangen und meistens regnet es. Bei einem Zwischenstopp wird noch ein Grader zugeladen. Auch bei der Ankunft in Valdez. Nachts um 22.Uhr gibt es ein paar blaue Störungen am Himmel und sofort sind wir wieder voller Hoffnung, dass sich das Wetter bessert.

7. Juli

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Valdez als Hafen für die nach Alaska drängenden Goldsucher angelegt.

Im Jahre 1964 wurde Valdez durch das Karfreitagsbeben und eine unmittelbar darauf folgende Flutwelle fast vollständig zerstört. Nach der Katastrophe wurde die Stadt in Rekordzeit wieder aufgebaut.

Bedeutung hat die Stadt als wichtigster eisfreier Hafen Alaskas und Endpunkt der quer durch den gesamten Bundesstaat führenden Trans-Atlantik-Pipeline. Traurige Berühmtheit erlangte der Ort als Namensgeber des  Öltankers Exxon Valdez, der 1989 in der Nähe havarierte und eine Ölpest verursachte, bei der rund 42 Millionen Liter Rohöl ins Meer flossen. Über 2'000 km Küstenlinie  wurden verseucht und zahllose Tiere verendeten.

Wir machen mal wieder einen langen Spaziergang damit unsere eingerosteten Knochen wieder in Bewegung kommen. Alles ist sehr gepflegt und überall sind Blumen gepflanzt. Wenn es das Wetter zulässt, wird heute Abend der Grill angeworfen.

Abendspaziergang zum Hafen

8. Juli

Da wir die letzten Tage viel heizen mussten, haben wir heute unsere Gasflaschen wieder aufgefüllt. Es geht entlang der Trans Alaska Pipeline über den Thomson Pass (816 m) zum Worthington Glacier. Schautafeln zur Geologie und eine Aussichts-plattform laden zum verweilen ein. Auf eigene Gefahr kann man aber auf einem Pfad bis fast ganz an den Gletscher laufen was wir natürlich auch machen. Das Wetter ist traumhaft und es ist über 20 Grad warm. Wegen einer Todesnachricht eines Freundes aus der Schweiz sind wir aber sehr bedrückt und tief traurig. Wir verabschieden uns von Renate und Manfred (wir werden die beiden wieder in Hyder treffen) und fahren bis Glennallen.  Dort übernachten wir auf dem Northern Nights Campground.

 

9. Juli

Was ist passiert??? Schon den dritten Tag ohne Regen! Nachdem wir mit einem Brief auf der Post waren, fahren wir Richtung Tok wo wir übernachten wollen. Aber Pläne sind da, um geändert zu werden. Weil es noch früh ist, fahren wir 130 km weiter nach Chicken. Beim letzten Mal haben wir erfahren, dass Marco Gottardi (für die, die ihn nicht kennen, er ist ein Country Sänger aus der Schweiz) ebenfalls schon in Chicken war. Da ich ihn schon lange persönlich kenne, schreibe ich ihm eine E-Mail und kurz darauf teilt er mir mit, dass er in ein paar Tagen nach Chicken fliegt und dort auf seinem Land ein Haus baut. Da wir ja bereits über 43‘000 km gefahren sind, kommt es auf einen Umweg von 260 km nicht an. Hier angekommen, erkundigen wir uns auf dem Campingplatz nach ihm. Die Frau teilt uns mit, dass er den ganzen Tag am Haus arbeitet, wir aber mit dem WOMO dort nicht hinfahren könnten. Wir könnten aber gerne hier warten, da er am Abend hierher zurückkommt. Also checken wir ein und hinterlassen eine Nachricht. Gegen 18.00 Uhr klopft es und Marco steht vor der Tür. Er erzählt uns bei einem Bier die Geschichte wie er zum ersten Mal hier war und warum er hier ein Haus baut. Wir quatschen 1 Stunde und verabschieden uns mit einer herzlichen Umarmung. Nach Möglichkeit werden wir uns im Oktober in der Schweiz wieder treffen.

Marco als Musiker und als Chrampfer