Die Reise führte uns heute auf fast leeren Strassen nach Virtsu. Eigentlich haben wir die Fähre um 11.15 gebucht, waren aber schon 1 Stunde früher da und konnten problemlos mitfahren. Die Fahrt dauerte 30 Minuten auf die zweitgrösste Insel der Ostsee Saaremaa. Hier sind die Leute sehr offen und freundlich und vielen Einwohnern fällt es gar nicht ein ihre Haustüren abzuschliessen. Vorbei an kilometerlangen Birkenwäldern haben wir am Mittag unser Ziel den Campingplatz Tehumardi erreicht. Hier gibt es die Möglichkeit im Badesee oder 400 m weiter in der Ostsee zu baden. Wir haben uns für die Ostsee entschieden und sind gleich losgelaufen. Das Wasser war mindestens 28 Grad warm und man konnte sehr weit rauslaufen. Den Nachmittag haben wir mit lesen und planen für den morgigen Tag verbracht. Am Abend dann so ein richtiges Schweizer Menü verspeist.

Was haben wir für ein Glück mit dem Wetter. Einfach wunderbar. Eigentlich wollten wir ja 2 Nächte in Tehumardi bleiben, haben uns aber nach dem Frühstück spontan entschieden noch die Insel Hiiumaa zu besuchen. Zuerst aber besuchten wir Estlands grösste Naturseltenheit - die Meteoritenkratergruppe von Kaali. Das Wasser des Tümpels hat weder Zu- noch Abfluss. Das mitten in einem Wald gelegene Gewässer ist mit einem mehrere Meter hohen Erdwall umgeben, der nicht von menschenhand geschaffen wurde. Im Jahr 1937 wurden einige Meteorsplitter gefunden und damit konnte eindeutig bewiesen werden, dass es sich um einen Meteoriteneinschlag handelt.

Auf der Fahrt Richtung Fährhafen stehen aneinandergereiht fünf Windmühlen. Sie sind die letzten Zeugen des einstigen Mühlenreichtum von Saaremaa. Ein halbiertes Boot bietet Schatten für die Schafe.

Auf gut Glück dann um 12.00 Uhr nach Triigi zum Fährhafen gafahren. Wir wollten gestern Abend die Fähre buchen, aber sie war Online ausgebucht. Eine Überfahrt wäre erst um 20.00 Uhr möglich gewesen. Es gab 2 Lines, eine für Gebuchte und eine für Standby. Wir standen an 4ter Selle und konnten noch mitfahren. Die Fähre war schon ein älteres Modell und klapperte schon ziemlich. Nach 1 Stunde Fahrt (bei 30 Grad) dann in Sarü angekommen und 50 km quer über die Insel (hier gibt es mega coole Bushäuschen) auf dem Campingplatz Randmäe Holiday Farm angekommen. Ein mega grosser Platz und fast menschenleer. WOMO aufgebaut und dann gleich Wäsche gewaschen. Muss ja auch mal sein. Mit 2 Baslern Rolf und Beatrice Erfahrungern ausgetauscht, die beiden haben schon die halbe Welt bereist. Anschliessend im Meer gebadet. Wenn's klappt heute mal einen Sonnenuntergang fotografieren.