6. Juni

Als erstes heute Morgen fahren wir nach Kalispell um noch eine Felge für unser zweites Reserverad zu kaufen. An 3 Reifengeschäften halten wir an, aber leider haben die unsere Grösse nicht an Lager. Ist ja auch nicht so dringend. Wir fahren weiter Richtung Canada. Gestern haben wir noch den Kühlschrank leergegessen. Sicher ist sicher. Am kleinen Grenzübergang stehen 4 Autos vor uns und der Beamte schaut in unsre Pässe, fragt uns wie lange wir in Canada bleiben wollen und wohin wir anschliessend fahren. Dann noch die Frage ob wir Tiere oder Waffen dabei hätten und nach 5 Minuten waren wir über der Grenze. In Cranbrook müssen wir natürlich wieder einen Grosseinkauf tätigen und dann geht's zum Campingplatz Mount Baker. Wir fragen die nette Dame am Empfang, ob es weit bis in den Ort sei. Sie gibt uns einen Plan und erklärt uns, dass es bis Downtown ca. 15 Minuten zu Fuss sei. Wir essen und dann machen wir uns auf den Weg (18.00 Uhr,es ist immer noch 30 Grad). Der Ort ist menschenleer, die Öffnungszeiten der Geschäfte ist von 09.00 - 17.30. Lediglich an der Tankstelle begegnet uns ein Reh.

7. Juni

Nachdem wir mal so richtig ausgeschlafen haben, geht es nach dem Frühstück nach Fort Steele. Wir waren vor 5 Jahren schon mal mit Elvira und Peter da. Viele liebevoll restaurierte Gebäude, Pferdekutschen, Pferdekoppeln lassen einen tatsächlich vermuten, die Zeit sei hier stillgestanden. Es gibt sogar eine Bäckerei und wir freuen uns schon auf frisches Brot. Leider auch hier nur gummiges Toastbrot.

Fort Steele, einst bekannt als Galbraith's Ferry in der Zeit des Goldgräberrausches in den Kootenays um 1864, wurde im Jahre 1888 umbenannt, um den Offizier der Mounted Police zu würdigen, dem es gelang, Spannungen zwischen Siedlern und der indianischen Urbevölkerung auf friedlichem Wege zu lösen.

Aufgrund der Mineralfunde in den Jahren um 1890 entwickelte sich Fort Steele rasch zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum. Als aber die Bahngesellschaft BC Southern Railroad ihre Strecke an der Stadt vorbei führte zugunsten der Stadt Cranbrook, wurde Fort Steele rasch vernachlässigt und fast eine Geisterstadt.
Heute lebt die Geschichte der Goldgräber wieder auf.

Gemütlich geht es weiter bis Radium Springs wo wir uns zuerst auf dem Redstreak Campingplatz einquartieren wollen. Der liegt aber so abgelegen und keine Menschenseele ist vor Ort, dass wir wieder in den Ort zurückfahren und auf dem wunderschönen, an einem Bach gelegenen, Campingplatz Canyon RV Resort einchecken. Von dort machen wir einen Spaziergang nach Radium Springs und holen uns dort im Visitor Center Jahreskarten für die verschiedenen Nationalparks. Hier gefällt es uns so gut, dass wir nochmals für eine Nacht buchen. Morgen geht es dann zu den Hot Springs zum baden. 

8. Juni

Heute grosser Reinemachtag. Das waschen auf den Campgrounds ist sehr komfortabel. Es gibt mehrere Waschmaschinen und Trockner und schwupp ist alles gewaschen und getrocknet. Anschliessend das WOMO geputzt, dann in das Bad Hot Springs und im 39 Grad warmen Waser gebadet, mit dem WOMO in die Waschanlage und dann hat es angefangen leicht zu regnen. Tolles Timing!!  Aber wenigstens ist es nicht kalt. Wenn nur die bösen, bösen Mücken nicht wären. Die stechen durch die Kleider. Die Insektensprays aus Europa nützen gar nichts. Bin am Rücken und im Gesicht zerstochen!!!! Erinnerungen an die Kanadareise vor 5 Jahren werden wach. Da hatte ich an einem Abend 35 Stiche nur hinten am Oberschenkel und das durch Jeans durch.

 

9. Juni

Durch den Kootenay Nationalpark geht es nach Banff. Überall stehen Strassenschilder: Vorsicht Bären, Elche oder Hirsche auf der Strasse!! Und was haben wir gesehen „NICHTS“. Der Campingplatz Tunnel Mountain (wo wir von den Erdhörnchen begrüsst werden) ist nur 2 km ausserhalb von Banff und wir laufen in den Ort. Wie Angelika, welche unsere Homepage gründlich liest, bemerkt hat, waren wir vor 4 und nicht vor 5 Jahren schon mal in Kanada. Da haben wir sie und Peter nämlich kennengelernt. Das Wetter wechselt zwischen sehr windig, Regen und dann wieder blauem Himmel ab. Wir essen in der Old Spaghetti Factory zu Mittag und checken unserer Mail. Die Nachricht von Sabine und Michael beunruhigt uns. Die letzten Tage sind wir sehr auf Sparflamme gefahren, d.h. so zwischen 100 und 150 km am Tag und haben auch mal einen Ruhetag eingelegt, damit sie uns einholen und wir ab Banff ein Stück zusammen fahren können. Wegen eines Krankheitsfalls in der Familie müssen sie so schnell wie möglich nach Hause. Am späteren Nachmittag treffen sie hier ein und Michael muss einiges organisieren, ein Platz fürs WOMO muss in Calgary gesucht und Flüge gebucht werden. Unterdessen kommen wir in den Genuss eines neuen Haarschnitts. Bis spät in die Nacht sitzen wir am Feuer und wir hoffen, dass wir die Beiden etwas aufmuntern konnten. Auch haben sie uns mit allen ihren leckeren Lebensmitteln versorgt. Der Kühlschrank und das Gefrierfach platzen aus allen Nähten und wir sind für lange Zeit versorgt.

Euch zweien alles Gute und herzlichen Dank für alles. Wir sind in Gedanken bei euch.

Wir sind sicher, dass wir uns in Kanada oder Alaska wiedersehen werden!!!

10. Juni

Morgens um 6.30 verabschieden wir Sabine und Michael, die gleich nach Calgary fahren. Unsere Reise geht jetzt zügig nach Norden (leider allein). Da das Wetter schlecht ist, fahren wir von Banff über den Icefield Highway nach Jasper. Alles ist wolkenverhangen und es regnet leicht. Kein Problem, wir sind diese Strecke schon gefahren und heute ist eh ein Fahrtag geplant. In Jasper angekommen, finden wir ein Kaffee wo es leckeren Cappuccino gibt und WIFI. Wir haben Nachricht von Michael, dass sie einen Platz fürs WOMO gefunden haben und bereits um 15.00 Uhr über Amsterdam nach Hause fliegen. Da wir trotz kurzer Nacht noch nicht müde sind, entschliessen wir uns, noch 100 km anzuhängen. Der Regen wird immer stärker und auch vom Mount Robson ist nichts zu sehen. In Valemount steuern wir den Campingplatz Canoe River an. Die Anfahrtsstrasse ist vom Regen aufgeweicht und auch der Stellplatz sieht matschig aus. Die Sanitäranlagen sind in einer Holzhütte untergebracht. Nein, hier wollen wir nicht bleiben. Man kann ja nicht aussteigen ohne komplett verdreckt zu sein. Das Auto sieht ja schon dementsprechend aus. Also fahren wir wieder ein Stück zurück und checken auf dem Irvins Campingplatz ein. Alles ist perfekt und sofort geht es unter die heisse Dusche. Heute geht's früh ins Bett und morgen (die Wetterprognosen sind immer noch schlecht) weiter nordwärts. Mal schauen wie es in nächster Zeit mit dem Internet für die Hompage klappt, Kann gut sein, dass ihr mal für ein paar Tage ohne Bericht auskommen müsst!!!