18. Juni

Bei schönem Wetter fahren wir heute bis Dawson City. Die Stadt wuchs 1898 während dem Goldrush auf über 30‘000 Einwohner. Alles musste über Tausende vom km herangeschafft werden. Anfangs der 50iger Jahre nach dem Gold Boom wurden hier noch 500 Einwohner registriert. Aber bereits in den 60iger kam es zur Wiederbelebung. Die Häuser wurden mit grosser Sorgfalt restauriert. Die Stassen sind mit Absicht nicht gepflastert und die Gehsteige sind aus Holz.  Der perfekte Ausbau des Klondike Highways hat einen bemerkenswerten Aufschwung bewirkt. Viele Touristen (vor allem mit Wohnmobilen) besuchen den Ort. Wir sind kurz nach dem Mittag hier und es gibt noch 2 freie Plätze ohne Strom und Wasser. Egal wir haben ja alles an Bord und dies ist gerade eine Eingewöhnung für die nächsten Tage.

Morgen geht es dann auf dem 740 km langen (Schotterpiste) Dempster Highway nach Inuvik. Dies ist die grösste kanadische Siedlung nördlich des Polarkreises. Wir verabschieden uns nun für ca. 1 Woche, denn wir werden vermutlich weder Netz noch Internet haben. Danach gibt es wieder Berichte wie gewohnt. See you later!!!! 

 

19. – 22. Juni

Der Bau des Dempster Highway dauerte 20 Jahre, davon sind 720 km ungeteerte Piste und die erste Tankstelle kommt nach 365 km. Auf der ganzen Strecke gibt es nur 3 Ortschaften. Die Strasse verläuft zunächst durch Waldgebiet und anschliessend entlang des North Fork Klondike River hinauf zu den Ogilvie Mountains. Wir überqueren den North Fork Pass mit einer Höhe von 1‘290 m. und können einen grandiosen Ausblick geniessen. An einem Rastplatz unterwegs stehen einige Leute, welche mit Kamera ausgerüstet rumstehen. Wir halten an und auf meine Frage, was es hier zu sehen gibt, zeigen sie mir auf dem Berg einen Elefanten. Hier treffen wir auf Iris und Joe aus dem Kanton Zug, welche 2013 auch die Panamericana gefahren sind und seitdem unterwegs sind.  Die Strasse erweist sich als gut und trocken, nur auf wenigen Abschnitten schüttelt es uns so richtig durch.  Unsere erste Station ist Eagle Plains, hier tanken wir voll und stehen auf dem RV Parkplatz.

 

Gestern haben wir entdeckt, dass bei unserem Grauwasserablauf ein Stück fehlt. Leider waren schon sämtliche Werkstätten geschlossen aber an der Tankstelle finden wir ein Teil, das vielleicht passen könnte. Das Stück wird gebogen und mit Panzerband verklebt. Als wir heute am Campground ankommen, begutachte ich das Werk und staune nicht schlecht. Jetzt fehlt nicht nur das Mittelstück, sondern das ganze Rohr hat sich samt Halterung unterwegs verabschiedet. Es gibt schlimmeres!

Die ganze Nacht ist es hell und um 1.00 Uhr scheint immer noch die Sonne. Wir fahren weiter Richtung Inuvik und erreichen bei km 405 den Polarkreis. Hier stehen Tafeln für ein Erinnerungsfoto. Wir kommen zum Peel River Crossing mit kostenloser Fähre. Man wartet hier einfach, bis die Fähre vom anderen Ufer wieder zurück ist und das Personal winkt. Nach weiteren 80 km gelangen wir zur  Mackenzie River Crossing wo uns ebenfalls kostenlos eine Fähre über den breiten Mackenzie River bringt. Im Winter werden die zugefrorenen Flüsse als Strasse genutzt. Während der Gefrierphase ist der Highway an diesen Stellen nicht passierbar und die Versorgung von Inuvik erfolgt durch die Luft. Der Campingplatzbesitzer von Dawson hat uns erklärt, dass auf der Strecke grosse Herden von Caribou zu sehen sind. Auch haben wir gelesen, dass Grizzlys gesichtet wurden. Wir sehen aber nur Kamikaze Streifenhörnchen, die mitten auf der Strasse stehen bleiben und sich dann für die falsche Seite entscheiden und natürlich zig Tausende von Mücken wovon ein Teil an unserem Auto klebt. Die Strasse ist aber gut zu befahren, nur dass bei trockenem Wetter bei Gegenverkehr die Sicht gleich Null ist. Aber schlimmer ist es sicher bei Regen.

Unser nächstes WOMO!!

 Am späteren Nachmittag erreichen wir Inuvik und übernachten auf dem Happy Valley Campingplatz. Obwohl ich mir eine heftige Erkältung zugezogen habe, machen wir gegen Abend einen Spaziergang in den Ort (hier leben ca. 3‘500 Einwohner) und wir begegnen einigen Ureinwohnern die schon zu tief ins Glas geschaut haben. Wir bestaunen noch die überirdische Gasversorgung der Häuser. Kurz darauf fängt es an zu regnen. Also nichts mit Lagerfeuer und „Midnightsummer“.

Das Wetter ist nicht wirklich besser und wir wollen nicht noch einen Tag länger hier bleiben. Man muss Inuvik nicht unbedingt gesehen haben. Auch ist vieles geschlossen da heute Aborginal Day ist. Ich fahre mal die ersten km aber meine Nase läuft und ich huste. Also wird mal die Temperatur gemessen (37.5), eine Tablette wird eingeworfen und ab in die Koje. Wolfgang fährt bei wechselndem Wetter bis zum Eagle Plains Camping. Unterwegs kreuzen wir noch einige Lastzüge und unsere Frontscheibe bekommt einen Riss und weitere Einschläge. Infolge des Regens sieht unser WOMO wie frisch betoniert aus. Ich mache noch einen Salzaufguss, um meine Erkältung endlich etwas besser in den Griff zu bekommen.

Der Rest der Strecke wird in Angriff genommen und es regnet fast die ganze Strecke. Auf den ersten 200 km kreuzen wir gerade mal mit 2 Autos. Ca. 2 km bevor der Dempster Highway zu Ende ist hören wir ein komisches Geräusch. Zuerst dachten wir, wir hätten doch noch einen Plattfuss eingefangen. Aber soweit war alles in Ordnung und wir fahren mit klopfendem Geräusch noch 40 km bis Dawson. Dort checken wir auf dem Bonanza Gold RV Park ein, denn hier gibt es einen Car wash. Als erstes sicher fast eine Stunde mit Hochdruck das WOMO gereinigt. Von der Weltkarte hat man überhaupt nichts mehr gesehen. Anschliessend gleichzeitig 5 Maschinen Wäsche gewaschen. Alles war so was von staubig. Wegen unserm Geräusch warten wir mal ab bis Morgen.

 

Fazit dieser Tour: Ein verlorenes Abwasserrohr, eine defekte Frontscheibe, eine gelöste Abdeckung beim Hinterrad und Dreck ohne Ende und natürlich ein klopfendes Geräusch!!! 

Aber wir gehören jetzt zum exclusiven Kreis der Dempster Highway Bezwinger!!! Inuvik ist die grösste kanadische Siedlung nördlich des Polarkreises.

23. Juni

Gleich nach dem Frühstück fahren wir bei tiefblauem Himmel nach Dawson City um einzukaufen und im Visitor Center unsere Mail zu checken. Die Verbindung auf dem Campground ist miserabel. Da wir der Versicherung unseren Schaden anmelden wollen, unser englisch für Korrespondenz nicht reicht, übersetzt uns unsere Tochter Tamara das Schreiben. Leider hat sich das Geräusch links beim Vorderreifen nicht verabschiedet und wir machen uns jetzt doch Sorgen. Wir fahren zu der Firma „Chief Isaac  Machanical“ etwas ausserhalb und der nette Sean Aitken schaut sich das Problem an. Eine Schraube der Bremsbacken hat sich gelöst. Für ihn natürlich gar kein Problem. Er liegt unters Auto und ratz fatz ist alles wieder OK. Ebenfalls wird mit einer Schraube die Abdeckung über dem Hinterrad wieder befestigt und wir können gleich einen Termin für den Nachmittag vereinbaren wo ein Ölwechsel gemacht und der Luftfilter ersetzt wird. Alles zusammen für umgerechnet 80 Franken. Am Abend machen wir unseren obligaten Abendspaziergang am Klondike River entlang. Nun können wir morgen Richtung Alaska aufbrechen.