21. Juli

Nach gründlicher Studie des Reiseführers und wir noch 4 Tage Zeit haben bis Vancouver fahren wir heute nur eine kurze Etappe. Entlang dem Fraser River durch eine atemberaubende Landschaft wo beidseits des Flusses die Schienen der Canadian Pacific Railway und der Canadian  Nat. Railway entlangführen, gilt unser erster Stopp Lytton. Hier ist der Zusammenfluss des Fraser (sedimentbeladen) und des Thomson River (klares Wasser). Ein richtiges Naturschauspiel. Im Visitor Center besorgen wir uns noch Unterlagen für die nächste Übernachtung. Direkt am Fraser River mitten im Wald quartieren wir uns auf dem Anderson Creek Campingplatz ein. Da heute mal wieder richtig die Sonne scheint und der Himmel wolkenlos ist und wir über 1‘000 m runtergefahren sind, geniessen wir einen Schattenplatz. Am Nachmittag laufen wir unsere 7‘000 Schritte entlang dem Fluss und bestaunen unter der Eisenbahnbrücke den ellenlangen Zug. Sicher 150 Wagen. Ein Feuer wird entzündet und der nette Campingbesitzer gibt uns noch einen Rost. Wir haben eine Gussgrillpfanne gekauft, die heute zum ersten Mal zum Einsatz kommt.

22. Juli

Als erstes wollen wir heute zum Hell's Gate. Alles noch geschlossen. Dann fahren wir halt ein Stück weiter bis zur Alexandra Bridge von 1926. Wir laufen runter und überqueren die Brücke. Von dort kann man zur neuen Brücke rüber schauen. Will Wolfgang das Sackmesser schleifen oder die Kabel durchtrennen?

Wir fahren zurück zum Hells'Gate, einer Verengung des Fraser Canyon. Im Frühjahr donnern dort bis zu 15 Mio. Liter Wasser pro Sekunde durch den 34 m breiten Engpass. Die Seilbahn bringt uns zum 153 m tiefer gelegenen jenseitigen Flussufer. Wir vertrauen auf die "Schweizer Seilbahn" denn der Wind ist ganz schön heftig. Unten angekommen schaukeln wir über die Hängebrücke. Uns wird erklärt, dass bis zu 350'000 Lachse täglich die an beiden Ufern angelegten Fischleitern nutzen, nachdem sich die Flussrinne wegen Sprengungen für den Bau der zweiten Eisenbahnlinie so sehr verengt hatte, dass viele Lachse nicht gegen die starke Strömung zu ihren Laichgründen ziehen konnten. Wegen der Farbe des Flusses können wir sie aber nicht sehen.

Wir fahren durch den kleinen Ort Hope und entlang des Flusses wo auch die ersten Kilometer der Kettle Valley Railway-Trasse von Hope über Penticton nach Midway führten. Wegen ständiger Probleme mit Stein- und Schneelawinen wurde dieser Abschnitt der Strecke 1961 stillgelegt und die Schienen samt Brücke entfernt. Verblieben sind als grösste Attraktion die Othello Quintette Tunnels, fünf in kurzen Abständen hintereinander angelegte Tunnel durch nackten Granit direkt am tosenden Fluss. Da wir keine Taschenlampe dabei haben, müssen wir uns mit dem Licht der Handy Lampe begnügen. Wir sind nicht allein, denn hunderte von Asiaten laufen auch ein Stück des Weges und stehen andauernd für ihre Selfis im Weg. Nach den Tunnel laufen wir noch ein gutes Stück weiter und es sieht aus wie in einem verwunschenen Wald. Viel Moos und wir sind ganz allein.

 

24. / 25. Juli

Die heutigen 60 km führen uns über Harrison Hot Springs, denn wir wollen in den Sasquatch Provincial Park zum Hicks Lake Campground. Aber schon 6 km vorher weist uns eine Tafel darauf hin, dass der Platz voll belegt ist. Also fahren wir zurück in den Ort und finden noch einen Platz auf dem Harrison County Club RV Park. Hier ist alles weihnachtlich geschmückt und wir wundern uns doch sehr. Der Besitzer erklärt uns, dass heute „Christmas in July“ ist und es am Abend auf dem Platz Truthan gibt und für die Kinder kommt der Weihnachtsmann mit dem Feuerwehrauto. Was es nicht alles gibt!!! Wir laufen zum See und dort findet das alljährliche „Dragon Boat Race“ statt und auf den Wiesen sitzen viele Familien beim Picknick. Wir essen im Schwarzwaldhaus Gulasch, Rotkraut und Spätzle. Mhhhhhhhh so lecker!!