25. Juli

Wir nehmen es heute sehr gemütlich, da es bis Vancouver nur 100 km sind. Es   geht zügig voran und kurz vor Mittag erreichen wir das Ziel. Wir haben FIAT of Vancouver im Navi eigegeben und als wir davor standen, haben wir uns über die kleine Einfahrt gewundert. Die vordere Hälfte des WOMOS steht auf dem Trottoir und der hintere Teil auf der Strasse. Wolfgang springt rein und erkundigt sich, wie wir hier reinkommen. Die schauen mehr als verwundert, denn es stehen nur Fiat 500 auf dem Gelände. Also 2 mal rechts abbiegen und durch ein enges Tor rein. Wir erklären, dass wir am Mittwoch eine Termin für die Inspektion hätten (Tamara hat alles per Mail organisiert) und nach Möglichkeit zu unseren neuen Reifen kommen. Wir geben den Namen der Person ein, welche den Termin bestätigt hat. Ach so, meint der nette junge Mann, das ist bei Fiat/Dodge/Chrysler 19 km entfernt. Er gibt uns die Adresse und wir fahren los. Die Autofahrer sind sehr zuvorkommend und winken uns, wenn wir die Spur wechseln müssen. Wir erreichen die Werkstatt und die Dame weiss auch sofort Bescheid und fotografiert unsere Reifen (wir haben die genauen Daten aber bereits vor 2 Wochen übermittelt). Dann fängt sie an zu telefonieren. Ein Mann aus der Werkstatt kommt und erklärt, dass sie für unser Fahrzeug keine Hebebühne hätten. Wir wären zu gross. Da wir ja hydraulische Stützen haben um unser WOMO selber in die Höhe zu bewegen, sollte es kein Problem sein, die Bremsen zu wechseln. Wir checken auf dem  Campingplatz Burnaby Cariboo ein wo wir für eine Woche reserviert haben. Zuerst sprechen wir englisch, bis der Herr fragt, ob wir uns lieber n Deutsch unterhalten würden. Ja, sehr gern und dann legt er in breitestem Berner Dialekt los. Wir werden mit Broschüren eingedeckt und um 16.00 Uhr können wir in der Werkstatt anrufen, ob nun passende Reifen gefunden wurden. Sie vertrösten uns auf Morgen früh um 10.00 Uhr. Wir laufen noch unsere Runde entlang dem Fluss.

 26. Juli

Heute ist Shoppingtag angesagt. Obwohl der Bus gleich vor dem Campingplatz hält, laufen wir die gute halbe Stunde. Als erstes kaufe ich mir 2 Paar kurze Hosen (ist ja jetzt tatsächlich Sommer geworden) und anschliessend geht’s zum Frisör. Hier kann man wie bei uns auf der Post eine Nummer ziehen, d.h. zuerst 10 Dollar reinschieben, Nummer ziehen und auf der Bank abwarten. Ist natürlich nicht mit dem Haarschnitt den wir während 7 Monaten von Sabine bekommen haben, zu vergleichen. Aber es ist OK. Wolfgang braucht noch ein neues Uhrband und wird fündig. Auf dem Rückweg laufen wir wieder an hunderten von Brombeerbüschen vorbei und schlagen uns den Bauch voll. Am späteren Nachmittag hatten wir dann den Anruf von der Werkstatt, dass sie keine passenden Reifen gefunden haben. Der nette Herr vom Empfang nimmt sich der Sache an und ruft auch noch verschiedene Reifen- und RV Händler an. Auch erfolglos. Zum Schluss tragen wir halt das WOMO!!!! Um unsere Muskeln zu lockern schwimmen wir ein paar Längen im Hallenbad des Campingplatzes und setzen uns anschliessend für ein paar Minuten in den Whirlpool. 

 

27. Juli

Ausser Spesen, fast nichts gewesen. Wir fahren um 9.00 Uhr los und brauchen für die 19 km zu Dodge/Chrysler fast 1 Stunde. Zuerst werden alle Daten aufgenommen und wir setzen uns mal hin und trinken einen Kaffee. Wird ja wohl nicht so lange dauern. Es gibt im näheren Umkreis nichts zu besichtigen. Wir sind ja auf 10.00 Uhr bestellt und um 12.00 Uhr steht unser WOMO immer noch draussen. Dann endlich wird das WOMO reingeholt und wir zeigen dem Mechaniker, wie unser Fahrzeug auf den Stützen hochgefahren werden kann. Er entfernt alle Reifen (einer ist schon fast zerfetzt) und beginnt dann alle 4 Bremsbeläge zu erneuern. Die Teile hatten wir natürlich dabei. Die besten reifen werden vorne montiert, die schlechteren hinten. Nach 2 Stunden ist auch dies geschafft. Dann geht es daran, per Computer die Elektronik der Öllampe, Service und Bremsbeläge zurück zu stellen. In diversen Mail wurde uns bestätigt, alles kein Problem. Aber auch das hat nicht geklappt. Fazit: Keine neuen Reifen, auch keine 16 Zoll mit anderen Felgen und keine Rückstellung!!! Nach 5 Stunden verlassen wir ziemlich genervt die Werkstätte. Nächster Boxenstopp in Seattle. 

 

28. Juli

Heute geht es endlich in die Stadt. Wir waren zwar schon öfters in Vancouver, es ist aber immer wieder spannend. Mit dem Bus zuerst zur Lougheed Station und dann 45 Minuten mit dem Millenium Train bis Waterfront. Dort machen wir uns auf den Weg zur Granville Street wo es einen Nespresso Shop geben soll. Und tatsächlich werden wir fündig. Wir probieren gerade mal noch eine neue Kaffeemischung und laufen dann weiter nach Gastown. Dieser ist benannt nach Gassy Jack, der bei seinem Eintreffen 1867 ein Fass Whisky im Reisegepäck hatte und sogleich einen Saloon eröffnete. An ihn erinnert ein Denkmal. Auch gibt es hier eine Dampfuhr, die viertelstündlich pfeift und stündlich Gas ablässt. Sie wird vom zentralen Dampfheizungssystem der Gastown betrieben.

 

Weiter geht es nach Chinatown, welches aber nur noch nostalgischen Charakter hat. Die Chinesen sind heute in der ganzen Stadt verteilt. Rund ein Drittel der Bevölkerung von Vancouver stammen aus China oder Taiwan. Zurück an der Waterfront besteigen wir den Waterbus, der uns nach Nordvanvouver bringt. Von dort hat man einen herrlichen Blick zur Skyline. Wieder zurück, laufen wir zum Nespresso Shop um uns einzudecken. Auf dem Weg dahin, ruhen wir uns im Schatten auf einer Bank aus. Plötzlich riecht es so komisch nach verbrannt und ich gucke am Boden ob evtl. noch Zigarettenstummel am Boden glühen. Plötzlich schlägt Wolfgang (weiss nicht wie oft schon) an sein Bein. Wieder mal brennt seine Hose!!!!!!!! Die Pfeife war doch nicht ganz aus. Also gleich ins nächste Warenhaus und eine neue Hose gekauft. Ha ha ha. Zurück in Gastown treffen wir Rosa und essen in der Old Spaghetti Factory mega fein. Voll bepackt mit 400 Nespresso  Kapseln, 5 T-Shirt und einer Hose machen wir uns auf den Heimweg. Von der Bahnstation sind es noch ca. 15 Minuten zum Camping. Wir müssten dringend mal Pipi und kurz vor dem Platz ist ein Bahnübergang. Die Barriere geht runter und dann kommt im Schneckentempo ein Güterzug mit 280 Wagon. Wir warten und warten und Wolfgang schlägt sich in die Büsche. Ich laufe verklemmt weiter :-).  Der Ausflug hat 12 Stunden gedauert und total groggy kommen wir auf dem Campingplatz an. Ein Blick aufs Handy zeigt uns an, dass wir über 16 km gelaufen sind.

 

29. Juli

Nach dem Stadtrundgang brauchen wir wieder Natur.  Gleich vom Campingplatz aus gibt es tolle Wanderwege zum Burnaby Lake. Wir streben eine Umrundung an. Nach ca. 1/3 machen wir schlapp und drehen um. Es ist wunderbar ruhig hier und bei einem Aussichtspunkt können wir Enten und Gänse beobachten. Gegen Nachmittag treffen Brigitte und Willy ein. Die beiden haben wir auf unserer Tour durchs südliche Afrika kennengelernt. Am Abend wird gegrillt und wir schwelgen in Erinnerungen.

 

30. Juli

Die beiden fahren heute in die Stadt und wir begleiten sie bis Waterfront. Wir fahren von dort weiter zum Stanley-Park, laufen kreuz und quer durch den Park und schauen uns die Totem-Pfähle an. Am frühen Nachmittag geht es mit dem Zug wieder zurück zum Platz. Um meine armen Knochen etwas aufzulockern setze ich mich in den Whirlpool. Ich wundere mich schon, warum der Sprudel nicht läuft. Ein Angestellter kommt ins Hallenbad und erklärt uns, dass der ganze Platz ohne Strom sei und er das Bad aus Sicherheitsgründen schliessen muss. Um 17.00 Uhr gibt’s bei Brigitte und Willy dann Apéro und wir lassen den Abend gemütlich ausklingen.