13. Dezember

Heute steht wieder ein Grenzübertritt nach Chile an mit strenger Lebensmittelkontrolle. Wir erledigen die Formalitäten und dann wird das WOMO durchsucht. Alle Klappen werden geöffnet und auch die Garage wird angeschaut. Da wir ja wissen, dass keine Früchte, kein Gemüse und Honig etc. eingeführt werden darf, schenken wir diese Sachen unserem argentinischen Nachbarn auf dem Campingplatz. Alles läuft sehr gut und nichts wird beanstandet oder konfisziert. Wir fahren zwischen Argentinien und Chile über  den Pass Cardenal Samoré auf 1300 m. Mit 4 Grad ist es hier doch recht kalt. Es schüttet wie aus Kübeln und unser Dachfenster ist dicht. Rechts und links der Strasse sieht man noch die Auswirkungen des Vulkanausbruchs von 2011. Kurz vor Osorno besuchen wir das Automuseum Moncopulli mit ca. 140 Oldtimern, davon 70 Studebaker, Landmaschinen, Spielsachen sowie vielen anderen alten Gegenständen. Der Besitzer, Bernd begrüsst uns sehr herzlich und erzählt in Deutsch, wie seine Familie nach Chile kam, wie er hier aufgewachsen ist, seine Leidenschaft zur Fotografie und zu Autos entstand und wie er dieses Museum gegründet hat. Mit 5 Studebaker hat er angefangen und er musste seiner Frau und seinen 3 Töchtern versprechen, keine Autos zu verkaufen. Heute sind ca. 80% der ausgestellten Raritäten Stiftungen. Wir sind total fasziniert von seiner Geschichte und bestaunen die tollen Autos und geniessen die Zeit im Museum.

 

Danach geht’s noch etwa 15 km bis zu unserem Übernachtungsplatz Cerveceria Artesanal Armin Schmid. Armin ist seit ca. 30 Jahren mit Uwe befreundet und obwohl er normalerweise sonntags geschlossen hat, bekocht er uns mit deutschen Spezialitäten. Für die einen gibt’s Eisbein oder Weisswürste und für mich feine Sauerkrautspätzle (soviel zum Fasten).

 

14. Dezember

Gleich am Morgen fahren wir in die Stadt Osorno zum Gastanken. Heute haben wir den Tag zu unserer Verfügung und da das Wetter wieder besser ist, fahren wir nach Frutillar am Lago Llanquihue. Wir spazieren am See entlang und überall wird in Deutsch Kaffee und Kuchen angeboten. Das Freilichtmuseum der deutschen Kolonalisierung „Museo Colonial Aleman“  spiegelt zwar nicht die harte Realität wieder, mit der die Einwanderer damals zu kämpfen hatten, es ist aber nett anzusehen. Anschliessend fahren wir zum Lago „Todos Los Santos“ (Allerheiligensee) welcher umgeben ist von bewaldeten Bergen und wir haben einen schönen Blick auf den schneebedeckten Vulkan Osorno. Hier steht man auf einem Lavafeld des Vulkans. Wir hätten die Möglichkeit hier zu übernachten, ziehen es aber vor, zurück nach Osorno zu fahren. Dort angekommen gibt es eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Eine Mitreisende welche schon 2 mal das Krankenhaus aufsuchen musste, bricht die Reise ab und kehrt zurück nach Deutschland. Bei Elisabeth und Armin wurde auf dem Supermarktparkplatz das WOMO aufgebrochen und der Laptop, die I-Pads sowie die externe Speicherplatte gestohlen. 4000 Fotos sind weg. Bei Peter und Sigi ist unterwegs zum Vulkan Osorno im Motorraum ein Brand entstanden. Michael mit seinem grossen Fahrzeug hat das WOMO mal von der Strasse geschleppt und 3 andere Paare mit ihren WOMO’S  haben mit ihnen zusammen dort die Nacht verbracht. Heute versucht ein Auto-Elektriker das Fahrzeug wieder flott zu bekommen. 

 

15. Dezember

Die heutige Route über 195 km führt uns vorbei an saftigen Wiesen, weidenden Kühen (fast wie daheim) und einem wunderbaren Blick auf den noch leicht rauchenden Vulkan Villarrica nach Conaripe. Kurz nach dem Mittagessen hat sich ein farbiger Ring um die Sonne gebildet. Sah sehr spektakulär aus.

Am Nachmittag werden wir von 2 Kleinbussen abgeholt und auf einer steilen Schotterpiste (1 Stunde durchschütteln) zur Therme Geométricas gefahren. Der Architekt German del Sol hat in einem Canyon ein wahres Kunstwerk geschaffen, welches sich perfekt in die Umgebung einfügt. Viele Wasserfälle und Becken wo Temperaturen zwischen 38 und 45 Grad herrschen laden zum Plantschen ein. Da ich die Unterwasserkamera dabei habe, gibt’s noch ein paar spezielle Schnappschüsse. Einmal Harm der immer gutgelaunte,  Elisabeth der Karpfen , Armin der Kopflose und Wolfang. Wir lachen viel und es ist ein ganz besonderes Erlebnis hier zu baden. Nach 2 Stunden geht’s wieder zurück zum Camping und wir erfahren die neusten Meldungen betreffend Peter und Siggi. Das Fahrzeug wurde heute gegen Mittag in eine Werkstatt gebracht. Diagnose. 1 Kabel hat sich erhitzt und zu einem Brand entwickelt worauf die Batterie explodiert ist. Die Leute in der Werkstatt sind zuversichtlich, dass sie den Wagen in 3 – 4 Tagen einigermassen hinkriegen, sodass die Beiden die Fahrt fortsetzen können. Lassen wir uns mal überraschen!!!

 

16. Dezember 2015

Heute fahren wir mal nur schlappe 50 km weit. Als erstes fahren wir zum Flugplatz kurz vor Villarica. Dort melden wir uns für morgen 10.00 Uhr zu einem Rundflug zum Vulkan gleichen Namens. Danach kaufen wir in der Bäckerei Rostock mal wieder ein Vollkornbrot und im nahegelegenen Supermarkt decken wir uns mit alltäglichen Lebensmitteln ein.  Kurz darauf erreichen wir Pukon, ein schicker Urlaubsort mit knapp 14‘000 Einwohnern mit einem hübschen Ortskern. Hier werden auch die berühmten Holzblumen hergestellt. .

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend wird Uwe gebührend verabschiedet. Er fliegt morgen nach Deutschland.

 

17. Dezember

Um 9.00 Uhr fahren wir los zu unserem gebuchten Rundflug. Dort angekommen zeigt uns der Pilot ie vielen Wolken über dem Vulkan und dass wir wohl fliegen könnten, aber keine Sicht in den Krater hätten. Wir vereinbaren einen neuen Termin, morgen früh um 8.00 Uhr. Unverrichteter Dinge fahren wir zurück zum Camping, putzen ein wenig das WOMO und spazieren nochmals in das Städtchen zum Mittagessen. Am Nachmittag spiele ich mit Lisa und Sabine UNO und gewinne natürlich!!! Beim Briefing am Abend sind heute zum ersten Mal Salome und Falk, welche Maria auf der Reise unterstützen, dabei.

 

18. Dezember

Pünktlich stehen wir am Flugplatz und das Wetter ist traumhaft schön. Viktor unser Pilot, der eigentlich Arzt ist, begrüsst uns herzlich und dann geht’s auch schon los mit der kleinen roten Maschine für 3 Gäste plus Pilot Richtung Vulkan. Was für ein tolles Erlebnis. Wir überfliegen eine schöne Landschaft und fliegen zum Schluss auf 3000 Meter. Zwei Mal wird der Krater umrundet und wir bekommen einen Einblick in die Naturgewalten dieser Erde. Viktor erzählt uns, dass er 20 Tage im Monat im Norden von Chile als Arzt arbeitet und die restlichen Tage hier fliegt. Fliegen ist seine Passion.

 

Wir fahren weiter auf der Autobahn und fragen uns plötzlich, ob wir evtl. schon die USA erreicht hätten?????

 

Kurzer Zwischenstopp am  „Salto del Laja“ dem grössten Wasserfall Chiles. Hier arbeitet auch ein Künstler mit Sandstein. Dann geht’s weiter zu unserem Übernachtungsplatz „Vina Chillan“ einem Weingut wo eine Führung mit Degustation und anschliessendem Nachtessen stattfindet. Ruedi, der Besitzer ist vor 14 Jahren aus dem Thurgau nach Chile ausgewandert, und hat sich hier ein tolles Weingut aufgebaut. Er baut Sauvignon, Sirah und Zinfandel an. Als Weisswein hat er Sauvignon blanc. Es sind meiner Meinung nach keine Spitzenweine aber süffig und gut zu trinken. Von den ca. 70 Tonnen Trauben die er jährlich erntet geht der Grossteil des Weines in die Schweiz und nach Deutschland. Der Rest wird hier in Chile verkauft.