25. Dezember

Da wir gestern zu viel gegessen haben, verzichten wir heute Morgen aufs Frühstück und fahren gleich los.  Nach einiger Zeit hört man bei uns im Auto nur noch Ahhhhh und Ohhhhhh ist das eine traumhafte Landschaft. Die Strassen werden immer schmaler und an vielen Stellen wäre kreuzen nicht möglich. Gottlob hat es nur sehr wenig Verkehr. Kaum aus der Schlucht sehen wir in eine tolle Ebene, alles ist wieder grün und es gibt einen Stausee. Wir verabschieden uns endgültig von Argentinien und überqueren problemlos den Zoll. Nach 35 km übernachten wir auf 2983 m auf einem Parkplatz. Diese Höhe ist  ideal für uns zum Akklimatisieren, denn morgen überqueren wir den Pass Agua Negra mit einer Höhe von 4767 m. Kurz vor dem Briefing beginnt es zu regnen und wir werden wieder über Funk informiert. Da es morgen sehr früh losgeht, wollen wir früh ins Bett. Kaum ausgezogen klopft es so komisch auf dem Dach. Was das wohl sein mag??? Kurze Zeit später sehen wir, dass es hagelt und das ganze 10 Minuten lang.

 

26. Dezember

Tagwacht heute um 5.00 Uhr, abfahren um 5.30 Uhr. Mal wieder ohne Frühstück. Das können wir später nachholen. Im Dunkeln und bei Vollmond machen wir uns auf den Weg für die 210 km Tagesetappe (110 km davon sind Schotterpiste). Heute ist eine Fahrzeit von grosszügig geschätzten ca. 10 Std. angesagt (wir schaffen das Ganze in knapp 8 Stunden). Die Fahrt auf den Pass Agua Negra ist das pure Vergnügen. Mit einer Höhe von 4767 m ist er der höchste Pass über die Anden zwischen Argentinien und Chile. Die „Strasse“ ist zum Teil so schmal, dass sich kaum 2 Autos kreuzen können. Michael mit seinem grossen WOMO kam alleine schon kaum an den hohen Schneewänden vorbei. Aber da wir so früh los gefahren sind (die Grenze auf der Chilenischen Seite öffnet erst um 7.30 Uhr), haben wir auch keinen Gegenverkehr. Die Landschaft entschädigt uns voll und ganz für die Mühe. Hohe Felswände in allen Farben und die sogenannten Büsser-Schneefelder  (benannt nach dem Alpinisten Rudolf Reschreiter der in den geneigten Zacken Büsser mit gesenktem Kopf und gebeugtem Rücken gesehen hat) rauben uns fast den Atem. Oder ist es die dünne Luft? Wir erreichen die Passhöhe kurz vor 8.00 Uhr morgens. Die Abfahrt dauert dann nochmals 3.5 Stunde bis zum Chilenischen Zoll wo wir in 45 Minuten (andere von unserer Gruppe hatten mehr als 2 Stunden) abgefertigt waren. Heute gab’s wieder eine strenge Kontrolle und es wurde ein Hund eingesetzt.  Nach weiteren 85 km erreichen wir Vicuna wo wir auf einem bewachten Hotelparkplatz stehen und die Infrastruktur (Pool, Restaurant, Duschen etc.) des Hotels nutzen dürfen. 

27. Dezember

Heute wird mal ausgeschlafen denn wir haben erst am Nachmittag einen Termin. Wir besuchen die Pisco-Brennerei und das dazugehörende Museum. Dies ist das alkoholische Nationalgetränk Chiles und Perus. Pisco existiert seit über 400 Jahren. Es handelt sich um reinen Weinbrand. Für die Herstellung werden hautsächlich Muskatellertrauben verwendet.

Morgen fährt Lisa wieder zurück nach Deutschland. Sie war nun 5 Wochen mit ihren Eltern mit unserer Gruppe unterwegs. Lisa hat schon zu Weihnachten eine leckere Melonen Bowle gemacht und für ihren Abschied hat sie nochmals alles gegeben. Sie kriegt natürlich auch noch ein kleines Geschenk.

Bevor wir heute losfahren, kommt Lisa noch vorbei und verabschiedet sich von der Gruppe. Wir werden sie vermissen!! Der erste Stopp heute ist die Shell Tankstelle wo unser WOMO von einer dicken Staubschicht gewaschen wird. Über eine halbe Stunde wurde mit dem Hochdruckreiniger und anschliessend mit Schaum und Bürste alles blitzblank geputzt. Nach 110 km Fahrt erreichen wir das Örtchen Guanaqueros am Pazifik. Wir platzieren uns neben Teuni und Harm, welche in Vicuna dank einer grossen Schraube auf dem Parkplatz, ihren Pneu reparieren lassen mussten. Ich glaube die  Arbeitsverteilung stimmt nicht ganz. Sofort erkunden wir den langen Sandstrand und laufen eine Stunde am Wasser. Anschliessend spazieren wir noch ins Dorf wo sich eine ganze Pelikankolonie niedergelassen hat. Es ist schon verrückt. Vorgestern befanden wir uns auf fast 5000 m und heute stehen wir wieder am Pazifik. Siggi und Peter sind seit heute auch wieder in unserer Gruppe. Ihr Auto konnte in einer Woche repariert werden (bis auf die Klimaanlage) und sie sind über 1370 km in 2 Tagen hierher durchgefahren. Schön, dass wir nun wieder komplett sind