16. Januar

Wir bleiben 5 Nächte in Cusco. Viele müssen mit ihren Autos in die Werkstatt. Die Höhe und der Sauerstoffmangel setzen Mensch und Auto zu. Wir brauchen lediglich neue Bremsbeläge welche wir aber dabei haben. Diese müssen in der Werkstatt nur gewechselt werden. Wir haben riesiges Glück mit unserem Auto. Bei vielen geht der Kühlschrank oder die Heizung nicht oder der Russpartikel Filter ist verstopft und das WOMO läuft nur noch auf Sparflamme. Nun geht es zur Stadtrundfahrt durch Cusco.

Cusco die alte Inka-Hauptstadt war der Mittelpunkt des Inka-Imperiums. Die heutige Plaza de Armas war der Kreuzungspunkt der wichtigsten Fernstrassen des Reiches. Cusco ist eine sehr abwechslungsreiche Stadt und auf Grund ihrer historischen Bedeutung eine der interessantesten Städte ganz Südamerikas. Von hier dehnte sich das Herrschaftsgebiet der Inkas, das "Reich der 4 Himmelsrichtungen" bis Ecuador und Chile aus. Die Paläste der Könige waren mit Gold verkleidet. Die goldhungrigen Spanier unter der Führung von Pizarro eroberten Cusco 1533 und zerstörten die Tempel. Im Jahre 1650 wurden die meisten kolonialen Bauten durch ein Erdbeben zerstört. Wir besuchen als erstes den Markt und laufen dann kreuz und quer durch die Altstadt. Es gibt hier 23 Kirchen, die früher alle Tempel waren, wovon bis auf die Kathedrale und die Kirche San Francesco alle geschlossen sind (wegen Diebstählen). Es geht steil bergauf ins Künstlerviertel San Blas. Die Häuser im andalusisch- maurischen Stil mit ihren Balkonen sind zum Teil noch gut erhalten und sind zu Restaurants umgebaut. Nach dem Mittagessen geht's zurück zum Womo. Wir sind total erledigt und legen uns gleich ein bisschen hin.

17. Januar

Für heute ist ein ganztägiger Ausflug ins "Heilige Tal" der Inka zu den archäologischen Anlagen Saqsaywaman, Pisaq und Ollantaytambo vorgesehen. Der Bus holt uns pünktlich um 8.00 Uhr ab. Bei leichtem Regen fahren wir los und staunen in den alten Inka-Anlagen über deren Baukunst. Die Mauern sind erdbebensicher gebaut und haben eine Neigung von ca. 7%. Auch passen die Steine ganz genau aufeinander. Man könnte kein Blatt Papier dazwischen schieben. Durch die Fruchtbarkeit und das besonders milde Klima war das Tal für die Inka von extrem wichtiger Bedeutung für ihre Versorgung. Feldterrassen ziehen sich die Berghänge bis in schwindelnde Höhen hinauf. Auch besuchen wir nochmals einen Früchte- und Gemüsemarkt wo es auch viele Souvenirs zu kaufen gibt. Um 12.00 Uhr ist die Messe fertig und die Bürgermeister der 12 verschiedenen Stadtteile verlassen gemeinsam die Kirche. In Peru gelten am Spiess gebratene Meerschweinchen als Delikatesse. Wir halten an und es wird gleich eins gekauft und wer Lust hat, kann davon kosten. Ich verzichte gerne. In einem tollen Restaurant gibt es dann ein Mittagsbuffet und das Wetter wird auch wieder etwas besser. Zum Schluss besuchen wir noch eine Schaf- und Alpaka Weberei und Färberei. Aus roten Schildläusen wird der rote Farbstoff hergestellt. Um 20.00 Uhr wieder zurück und gleich mal angefangen den Rucksack für den 2-tägigen Ausflug nach Machu Picchu zu packen.

18. / 19. Januar

Wir fahren mit dem Bus erst 2 Stunden nach Ollantaytambo. Dort steigen wir um in den Panaromazug (die Plätze müssen schon Wochen vorher reserviert werden) nach Aguas Caliente. Es gibt keine Strasse dorthin. Der Nachmittag ist zur freien Verfügung und kaum laufen wir los, fängt es an wie aus Kübeln zu giessen. Es regnet bis spät in die Nacht. Es wimmelt nur so von Touristen, denn alle halbe Stunde kommt ein Zug an. Am Morgen um 5 Uhr gibt es Frühstück und um 6 Uhr fahren wir mit kleinen Bussen hoch zum Machu Picchu. Wir steigen hoch und sehen die Ruinen doch noch, da sich der Nebel langsam lichtet. Wolfgang und ich entscheiden uns, die Serpentinen runterzulaufen. Nach 2.5 Stunden erreichen wir am Nachmittag wieder das Dorf. Hier gönnen wir uns noch eine Hot-Stone-Massage bevor es um 16.00 Uhr wieder mit dem Zug zurück geht. Erst gegen 20.30 Uhr erreichen wir Cusco und fallen todmüde ins Bett.

Erbaut wurde die Stadt einer Theorie zufolge um 1450 auf Befehl des Inka Herrschers Pachacutec Yupangui , der von 1438 bis 1471 regierte. Er schuf die Grundlagen für die Ausdehnung des mächtigen Inkareiches und führte den Kult um den Sonnengott Inti ein.

Die Stadt umfasste 216 steinerne Bauten, die auf Terrassen gelegen und mit einem System von Treppen verbunden waren. Die meisten Terrassen sind mit ihren in die Mauern eingebauten kleinen Wasserablauföffnungen und etwa 3000 Stufen ebenso bis heute erhalten, wie die Kanalverbindung von der außerhalb der Stadtanlage befindlichen Wasserquelle zu den kaskadenförmig gestaffelten Brunnenbecken, die Außenmauern der Tempel und die zum Teil mehrgeschossigen Wohnbauten. Sie sind voll funktionsfähig und gegebenenfalls in den letzten Jahren nach und nach in inkatypischer Bauweise rekonstruiert worden.