29. Januar

Nach einem Faulenzertag wollen wir einigermassen heil durch Lima kommen und fahren deshalb bereits um 5.30 Uhr los. Michael mit seinem grossen WOMO fährt voraus und Manfred und wir dicht hinter ihm. So passieren wir die Stadt in knapp 1 ½ Stunden. Kurz nach einer Mautstelle gibt’s ein kleines Frühstück und dann geht’s weiter bis kurz vor die Abzweigung nach Caral. Wir fahren runter zum Strand und geben den anderen zwei per Handy die Koordinaten durch. Wir werden von Geiern beobachtet (ob dies wohl schon Pleitegeier sind?) und am Strand laufen tausende von roten Krebsen wild durcheinander. Auch Kormorane suchen knapp über der Wasseroberfläche fliegend nach Nahrung. Hier gibt es auch einen tollen Campingplatz und wir essen dort zu Mittag. Anschliessend fahren wir noch 25 km Piste durch ein grünes Tal gesäumt von Zuckerrohr- Mais- Avocados- und Maracuja-Plantagen. Die Leute am Strassenrand und auf den Feldern winken und zu und beschenken uns mit Früchten. Unser Übernachtungsplatz ist ein geschotterter Parkplatz wo wir um 15.00 Uhr loslaufen und die älteste Stadtsiedlung auf dem amerikanischen Kontinent „Caral“ besichtigen. Seit 2009 ist Caral-Supe Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Ein einheimischer Guide führt uns durch die Anlage und Maria übersetzt. Das Alter von Caral wurde auf ca. 5000 Jahre datiert. Zeitlich reiht sich Caral in die bekannten Ursprungszentren der menschlichen Zivilisation neben Mesopotamien, Ägypten und Indien ein, ohne jedoch den Stellenwert dieser Hochkulturen zu erreichen.

Am Abend zeigt uns Uwe noch einen Film über Caral welcher auf die Rückwand eines WOMO'S projeziert wird. Nach ein paar Minuten riecht es nach verbrannt und wir denken schon, dass mit dem Gerät etwas nicht stimmt. Ich renne mit der Taschenlampe zu Uwes WOMO und bitte ihn, doch mal zu gucken. Als wir zurück sind, entdecken wir, dass Wolfgangs Hose leicht brennt. Er hat die Pfeife in die Hosentasche gesteckt und anscheinend war sie doch etwas zu heiss. Gröhl, gröhl!!!

30. Januar

Heute fahren wir wieder mehrheitlich durch die Wüste. Je weiter wir in den Norden kommen umso mehr Abfall liegt neben der Strasse. Die Leute werfen ihre Müllsäcke aus den fahrenden Autos und die streunenden Hunde reissen alles auf. Ab und zu wird auch mal ein Feuer gemacht und der Abfall verbrannt. Schade um die schöne Landschaft. Wir erreichen Huanchaco am frühen Abend und der Stellplatz am Meer ist nicht mehr zugänglich. Auf der anderen Seite des Ortes stehen wir nun auf einem grossen Parkplatz. Es ist ziemlich laut in der Nacht denn ohne hupen geht hier gar nichts. Da wir heute die Hälfte der geführten Reise hinter uns haben gibt es einen kleinen Umtrunk und ich bekomme den Schokoladenkuchen, welcher Uwe bei einer Wette mit mir verloren hat.

31. Januar

Wir haben heute keine Lust 2 weitere Ausgrabungsstätten zu besichtigen und machen uns gemäss einem Tipp von einem Peruaner auf den Weg nach El Brujo. Dies sollte ein kleines Fischerdorf sein. Als erstes lassen wir uns an der Strasse das Auto waschen. Der kleine Junge hilft seinem Vater und die beiden reinigen das WOMO tiptop. Wir fahren nach Karte, da wir das Dorf im Navi nicht gefunden haben.  Bei der Durchfahrt durch einen grösseren Ort mit vielen Mototaxis kommen wir in eine Polizeikontrolle. Da Werner gestern ebenfalls angehalten wurde und die Polizei die Originalpapiere verlangte und die erst nach Bezahlung einer Schmiergeldes wieder rausrückte, weigern wir uns strikte, die Originale zu zeigen und reichen ihnen nur Kopien. Zuerst mal Führerschein und Fahrzeugschein (mein Originalführerschein ist ja sowieso in der Schweiz, da er nach dem klauen meiner Geldbörse vom Schweizer Konsulat in Buenos Aires nach Chur geschickt wurde) aus dem Fenster gereicht. Nun wollen sie den Pass (Original) sehen. Wir schütteln den Kopf. Zum Schluss standen 4 Polizisten am Auto und wir verständigen uns mit Händen und Füssen, dass wir nur bei Grenzübertritten die Originale vorweisen aber keinesfalls bei einer Polizeikontrolle. Nach einigem hin und her lassen sie uns weiterfahren. Wir fragen noch nach dem Weg und sie zeigen uns auf der Karte, dass wir den Abzweig verpasst haben und wieder 20 km zurückfahren müssen. Auf einer schmalen Strasse (die letzten 10 km sind Piste) erreichen wir El Brujo. Dies erweist sich als Museum und Ausgrabungsstätte. Wir fragen nach dem Weg zum Strand und fahren nochmals ein paar Kilometer. Der Strand erweist sich als vermüllt aber es gibt 3-4 kleine Hütten wo die Einheimischen essen. Also kehren wir zurück zu unserem Übernachtungsplatz von gestern und spazieren am Strand entlang in den Ort. Überall laute Musik und Rambazamba, dafür entdecken wir eine tolle Bäckerei und decken uns mit feinen Brötchen und Croissants ein.

1. Februar

Gestern wurden die Führungen von Roger begleitet, ein Deutscher der schon viele Jahre in Peru lebt, davon 16 Jahre in Chiclayo. Er erzählt uns einiges zu dem Land und auf die Frage, warum überall alles vermüllt sei, meint er, die Peruaner kümmert es nicht. Sie sagen wir sind halt so. Die Schweiz hat 20 Millionen Franken für Kehrichtwagen nach Chiclayo überwiesen und die Wagen wurden auch angeschafft. Der Müll wird zwar abgeholt aber alles vor der Stadt in die Wüste gekippt. Es stinkt fürchterlich und wir sind froh, wenn wir Peru verlassen können. Morgen besuchen noch das Museum Tumbas Reales de Sipan wo wir heute Nacht auf dem eingezäunten Parkplatz übernachten und am Nachmittag geht es zu den Pyramiden von Tucume. Dann geht's weiter über die Grenze nach Ecuador. Heute Nachmittag hat Wolfgang die Tür zum WOMO zugemacht (nicht abgeschlossen). Als er merkte, dass der Schlüsselbund noch drin ist, wollte er wieder öffnen. Aber siehe da, die Tür liess sich nicht mehr öffnen. Corina musste durch ein offenes Seitenfenster einsteigen und von innen öffnen. Nach einmaligem öffnen und schliessen mit dem Schlüssel hat alles wieder funktioniert. Manchmal passieren Dinge, die man nicht erklären kann.

2. Februar

Wir besichtigen das Museo Tumbas Reales de Sipan. 1987 machte Walter Alva die Entdeckung, die ihn weltbekannt machte. Er entdeckte ds Grab des heute als Senor de Sipan bezeichneten berühmten Fürsten von Sipan in Huaca Rajada. Diese Entdeckung gehört zu den bedeutendsten archäologischen Funden im 20. Jahrhundert. Alva sicherte den gefundenen Schatz unter Einsatz seines Lebens, da der Fund auch von Grabräubern entdeckt worden war. Alva ist seit 2002 Direktor des Museums. Leider dürfen weder Handys noch Kameras mit ins Museum.

Danach fahren wir etwas über 30 km zu den Pyramiden von Tucume. Dies ist die grösste bekannte Ansammlung von Pyramiden aus ungebrannten Lehmziegeln aus vorkolumbianischer Zeit. Die historische Stätte wird von den Einheimischen auch das Fegefeuer genannt. Es werden 26 grosse Pyramiden gezählt; insgesamt befinden sich in diesem Gebiet etwa 260 Stück. Wir besuchen zuerst das Museum und spazieren dann über das riesige Gelände vorbei an Reisfeldern und vielem Getier.