3. Februar

Nach 200 km durch die Wüste mit üblen Gerüchen durch die Abfallberge nähern wir uns der Grenze zu Ecuador. Alles wird hügeliger und grüner. Der Grenzübertritt verläuft ohne Probleme. In ca. 40 Minuten haben wir es geschafft. Die späteren Mitreisenden haben zwischen 3 - 4 Stunden gebraucht. Wir stehen ein paar hundert Meter hinter der Grenze an einer geschlossenen Tankstelle. Elisabeth wird auf dem Platz von einem streunenden Hund gebissen und wird mit einem Polizeiauto ins Krankenhaus gebracht wo die Wunde mit 5 Stichen genäht wird. Es fängt leicht an zu regen und das Briefing findet über Funk statt. Kaum auf dem Platz, wird Elisabeth von einem streunenden Hund gebissen und wird in einem Polizeiauto ins Krankenhaus gefahren.

4. Februar

Es hat die ganze Nacht geregnet und die Temperaturen sind sehr angenehm. Wir fahren los und die Strasse steigt stetig an. Von 450 m geht es über 2'500 m hoch. Zum Teil ist es sehr neblig, oft liegen Steine auf der Strasse oder es kommen uns eine Kuhherde, ein Schwein oder ein paar Esel entgegen. Wir geniessen das satte grün und die Berge und erreichen am Mittag die Stadt Loja, wo wir uns auf dem Parkplatz des Schwimmbads hinstellen können. Dieses befindet sich gerade im Umbau aber der dahinterliegende Park ist wunderschön und sehr sehr sauber und gepflegt. Wir fahren noch kurz mit dem Taxi in die Stadt zum Mittagessen. Am günstigsten wäre es, wenn wir die nächsten 3 Monate nur in Ecuador rumkurven würden. 1 Liter Diesel kostet gerade mal 26 Rappen.

5. Februar

Heute schnaufen wir und das WOMO wieder die Anden hoch bis fast 3'500 m höhe. Die Landschaft ist ein Traum, leider gibt es gar keine Ausstellplätze für einen Fotostop. Die Schweine, welche nicht auf der Strasse rumlaufen, braten so vor sich hin. Die nächsten 2 Nächte stehen wir auf dem Parkplatz des Hotel Duran in Cuenca. Hier gibt es auch ein Thermalbad mit 38 Grad Temperatur.

6. Februar

Nachdem wir heute morgen unsere WOMO'S auf einem anderen Parkplatz abgestellt haben (Im Hotel Duran findet heute eine Hochzeitsfeierstatt und die benötigen die Parkplätze) geht es mit dem öffentlichen Bus in die Stadt was schon ein Erlebnis darstellt. Als erstes besuchen wir den fantastisch sortierten Früchte-Gemüse und Fleischmarkt. Man beachte die Verpackung der Tomaten. Uwe versucht ein Stück Schokolade welches aus 100 % Kakao hergestellt ist. Schmeckt nicht wirklich. Auch gebratene Meerschweinchen werden angeboten. Danach besuchen wir das "Museo del Sombrero de Paja Toquilla". Wir erfahren dabei, wie der Panama Hut hergestellt wird. Dieser wird nämlich nicht in Panama wie vermutet, sondern in Ecuador hergestellt. Ibrahim zeigt uns die verschiedenen Schritte der Herstellung von früher und auch von heute. Alles ist Handarbeit. Die Auswahl ist riesig und Wolfgang und ich kaufen uns einen Hut. Die Preise bewegen sich zwischen 30 und 4'000 US Dollar (der Landeswährung von Ecuador). Zur Zeit ist Karneval hier und man wird auf der Strasse mit Schaum bespritzt.

7. Februar

In Cuena beginnt der Abschnitt der Panamericana, den Alexander von Humboldt bei seinen Reisen einst die Strasse der Vulkane taufte. Wir fahren durch Täler und Hochebnen, die von den West- und Ostkordilleren mit ihren imposanten Vulkanen eingerahmt werden. Für die 360 km benötigen wir gute 8 Stunden. In allen Dörfern ist Karneval und ein riesiges Verkehrschaos. Wir legen in Colta einen kurzen Stopp ein und besuchen die älteste Kirche Ecuadors aus dem Jahre 1534. Hier herrscht auch ein buntes Treiben und überall werden Schweine gebrutzelt. An einem Rotlicht staunen wir, wie die Picups mit ganzen Familien beladen sind. Nördlich von Riobamba kann man bei klarem Wetter den Vulkan Chimborazo sehen. De Vulkan ist 6'310 m hoch und soll der höchste Berg der Erde sein - wenn man vom Erdmittelpunkt aus misst. Gegen 15.00 Uhr erreichen wir Banos, benötigen aber 1 Stunde um auf unseren Übernachtungsplatz zu kommen. Überall wird gesprayt und mit Wasser rumgespritzt. Wehe wenn dein Autofenster nicht geschlossen ist. Die kleine Stadt mit 20'000 Einwohnern ist keine Schönheit, doch auf Grund seines ganzjährig angenehmen Klimas ein beliebtes Urlaubsziel. Es gilt als Tor Amazoniens. Dem aktiven Vulkan Tungurahua verdankt der Ort seine Thermalquellen. In letzter Zeit kam es immer wieder zu kleineren Ausbrüchen, zwischenzeitlich wurde der Ort sogar evakuiert. Eine Besonderheit sind die Süssigkeiten, die aus Zuckerrohrmelasse hergestellt werden. Am Abend besuchen wir zu fünft eine Bierbar. Sie gehört Nina (aus Chur) und es stellt sich heraus, dass sie meinen Bruder Remo und Curdin kennt. Da gerade im Fernsehen die "Super Bowl" läuft und das Restaurant mir Kanadiern gefüllt ist, herrscht eine tolle Stimmung.

8. Februar

Am Morgen werden wir mit einem Fahrzeug (offen und mit lauter Musik) abgeholt und zu verschiedenen Wasserfällen gebracht. Wir fahren durch Tunnels auf einer sehr schmalen Strasse und wer Lust hat, kann mit einer Canopy/Metallgondel an einem 430 m langen Kabel in 180 m Höhe über den Rio Pastaza gleiten. Ich versuche es und kaum sind wir losgefahren, fängt es so richtig heftig an zu regnen. Klatschnass kehren wir zurück. Mit dem Auto geht's dann weiter zum 40 m hohen Wasserfall "Manto de la Novia (Brautschleier) und anschliessend zu dem Teufelskessel. Es ist eine Wanderung von 40 Minuten angesagt. Da es aber immer noch regnet, verzichten wir uns setzen uns in eine kleine Bude. Am frühen Nachmittag sind wir wieder zurück, nass bis auf die Unterhosen.