28. Februar

Nach einem wiederum langen Fahrtag kommen wir am Nachmittag in Cartagena an. Wir logieren die nächsten 6 Nächte im Hilton (man gönnt sich ja sonst nichts) und geniessen erst mal die grosse Regenwalddusche. Das Hotel ist sehr schön mit grossem Pool und eigenem Sandstrand an der karibischen Küste. Am Abend beim Briefing sind 2 Agenten anwesend, welche uns bei den Formalitäten der Verschiffung behilflich sind. Es müssen erst mal 600 US Dollar für Hafengebühren etc. bezahlt werden. Das verschiffen kostet dann nochmals 3'600 Euro. Obwohl das Schiff nur 2 Tage unterwegs ist. Aber es gibt keine Strassenverbindung zwischen Kolumbien und Panama. Da Schiff ist die einzige Möglichkeit.

29. Februar

Wolfgang muss um 6.00 Uhr zum Frühstück, 6.45 geht's im Konvoi Richtung Hafen. Für die 27 km benötigen sie  1 1/2 Stunden. Dann ist warten, warten und nochmals warten angesagt. Da ein Formular entgegennehmen, dort wieder abgeben, WOMO auf die Waage etc. etc. Dazu muss man feste Schuhe und lange Hosen tragen. Gegen 13.00 sind die ersten wieder zurück. Den Nachmittag verbringen wir am Strand. Für morgen ist das gleiche Prozedere geplant für die Drogenkontrolle. Abends um 22.00 Uhr hat uns dann das Klingeln des Telefon geweckt. Der Termin für die Drogenkontrolle wurde abgesagt. Neue Informationen morgen 10.00 Uhr.

1. März

Punkt 10.00 versammeln wir uns in der Lobby. Neuste Information: Es werden 2 Gruppen gebildet, welche um 14.00 Uhr und 14.45 mit dem Taxi in die Stadt fahren müssen um beim Zoll eine Unterschrift zu leisten. Alle wieder in langen Hosen und festen Schuhen um gerüstet zu sein, falls es doch noch in den Hafen geht. Dem ist aber nicht so. Nach einer Stunde ist alles erledigt und der neue Termin für die Drogenkontrolle ist wieder morgen früh, Abfahrt mit einem Bus um 6.30 Uhr. Mal schauen ob es diesmal klappt. Das Schiff sollte ja morgen auslaufen.

2. März

Was lange währt wird endlich gut!!! Heute keine Terminverschiebungen. Pünktlich 6.30 fährt der Bus Richtung Hafen. Sämtliche WOMO's werden von Drogenhunden und Polizei innen und in den Garagen inspiziert. 2 Hunde sind vor Ort und nach 3 Fahrzeugen müssen jeweils die Hunde ausgewechselt werden. Wolfgang nimmt mal die Kabelrolle und eine Plastikbox aus der Garage und denkt, wenn es mehr sein soll werden die es schon sagen. Und genau so war es. Der Hund konnte rein, schnüffeln und alles war OK. Die einen haben sicherheitshalber schon mal alles ausgeräumt hi hi. Ich habe am Vormittag mit Renate und Sabine einen Stadtbummel gemacht und um 13.00 Uhr waren die Männer und wir wieder im Hotel. Am Nachmittag haben wir uns dann am Pool erholt wo auch die Vögel ihr Gefieder reinigen. Endlich sind die Formalitäten erledigt, das Schiff läuft um 17.00 Uhr aus und jetzt sind alle entspannt.

Gegen Abend fahren wir in die Altstadt zum Nachtessen. Wir fahren am Hafen entlang vorbei an riesigen Jachten mit eigenem Helikopter. Cartagena ist mit ca. 960'000 Einwohnern die Hauptstadt des Departements Bolivar. Sie zählt zu den schönsten Städten Lateinamerikas. Gegründet wurde sie 1533 und ist somit eine der ältesten Städte Kolumbiens. Das komplett ummauerte alte Stadtzentrum wurde 1959 zum nationalen Kulturerbe erklärt und ist seit 1984 UNESCO-Weltkulturerbe. Die Häuser sind sehr gepflegt und mit schönen Balkonen geschmückt. Etwas ärmlich wirkt die Schweizer Botschaft.  Ebenfalls machen wir einen kurzen Abstecher zum Nobel-Hotel Santa Clara, einem ehemaligen Kloster mit einem fantastischen Innenhof. Einfach nur schön.

3. März

Den Vormittag verbringen wir mit einem Strandspaziergang und anschliessend ruhen wir uns am Pool aus. Am Nachmittag geht es dann zur offiziellen Stadtrundfahrt mit der Gruppe.

Wir werden mit dem Bus abgeholt (Arturo ist unser Reiseleiter) und fahren zum höchsten Berg auf 150 m. Hier geniesst man einen tollen Ausblick über das Meer, die Altstadt, La Boquilla und Bocagrande. Wir sehen auch eine der 2 Schulen für arme Kinder, welche Shaquira (sie ist ganz in der Nähe geboren) hier hat bauen lassen. Oben stehen eine Kirche und ein Kloster aus dem Jahre 1609. Vor der Kirche stehen 2 Skulpturen für Funny Pictures. Es soll den General Blas de Lenzo darstellen (bekannt auch unter dem Namen halber Mann). Seinen wahrscheinlich größten Erfolg erzielte er 1741 bei der Verteidigung der damals spanischen Stadt Cartagena im heutigen Kolumbien gegen die Briten.

Es besteht tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit!!!

Unterhalb des Castillo San Felipe de Barajas, einer Wehranlage, die von den Spaniern während der Kolonialzeit errichtet wurde, verkaufen die Palanqueras (farbige Frauen) welche majestätisch Schalen auf dem Kopf tragen, Obst etc. Sie erwarten natürlich ein Trinkgeld fürs Foto. Wieder in der Altstadt klinken wir uns aus der Gruppe und essen mit Renate und Manfred in einem originellem Lokal feine Steaks.