22. November 2015

Von nun an geht's nur noch Richtung Norden. Heute hat mir Lisa, die Tochter von Sabine und Michael (die Beiden sind mit einem Super Gefährt unterwegs) meine Ersatz-Kreditkarten gebracht. Jetzt bin ich finanziell wieder unabhängig.






Vielen Dank Lisa!!! Viel Spass in den 4 Wochen die du deine Eltern begleitest.

Bei Regen und viel Wind geht's nun 850 km den gleichen Weg zurück bis zur Magellanstrasse. Danach fahren wir auf einer neue Route. Bei Gelegenheit hört ihr wieder von uns!!!!

Unterwegs machen wir beim Schrein von Gaucho Gil, welcher in ganz Argentinien verehrt wird, Pause. Gil war zum Tode verurteilt und sollte nach Buenos Aires gebracht werden um das Urteil zu vollstrecken. Da seinem Henker der Weg aber zu mühsam war, hat er ihn kurzer Hand unterwegs aufgeknüpft. Gil sagte noch vor seinem Tod zum Henker „Wenn du fest an mich glaubst und zu mir betest, wird dein Kind wieder gesund“. Als der Henker wieder zu Hause war wurde sein Kind sehr krank und er hat sich an die Worte von Gil erinnert. Er hat ihm einen Schrein errichtet und zu Gil gebetet. Tatsächlich wurde sein Kind wieder gesund. Heute findet man in ganz Argentinien an den Strassen grössere und kleinere Gedenkstätten.

24.11.2015

Wir übernachten kurz nach der Chilenischen Grenze auf einer Wiese. Am Morgen fahren wir wieder über die Schotterpiste und machen einen Abstecher zu den Königspinguinen welche sich in den letzten Jahren aus der Antarktis hier angesiedelt hat. Wir haben uns köstlich amüsiert über die Gangart dieser Tiere. Danach weiter und wieder mit der Fähre übergesetzt und Richtung Punta Arenas gefahren. Ca. 50 km vor dem Ziel hat unser Dachfenster angefangen zu knirschen und ein Teil des Klebebandes hat sich gelöst. Langsam (60 km/h) schaffen wir’s bis zum Übernachtungsplatz. Mal schauen ob wir eine Werkstatt finden wo wir das reparieren lassen können.

Wir fahren nach dem Frühstück nach Punta Arenas und füllen den Kühlschrank. Es ist etwas mühsam, dass bei jedem Grenzübertritt keine frischen Artikel mitgeführt werden dürfen. Es wird auch immer kontrolliert. Der Bancomat im Einkaufszentrum ist defekt aber wir können mit Kreditkarte zahlen. Wir laufen zur nächsten Tankstelle aber der Automat gibt uns kein Geld. In der Zwischenzeit haben Maria und Uwe schon mal telefonisch versucht eine Werkstatt zu finden welche unser Dach reparieren kann. Wir treffen uns vor dem Laden und warten bis der Besitzer kommt. Der meint aber, mit Glasfaser würde das nicht halten und ruft einen Kumpel an. Also fahren wir mit Maria kurz vor 12 Uhr hin und er meint er könnte dies mit Plexiglas formen und überkleben. Kaum war das Dachfenster abmontiert, beginnt es zu regnen (was haben wir doch für ein Glück). Wir haben eine Plastikfolie dabei und die wird in beiden Türen eingeklemmt und mit Klammern von innen befestigt. Natürlich geht der gute Mann zuerst zum Mittagessen. Um 16.00 Uhr wäre alles fertig. Maria und Wolfgang gehen mit Schirm bewaffnet zur Stadtführung und ich hüte das WOMO. Das Dach ist repariert und wir hoffen, dass es nun hält.

25.11.15 Natales

Auf dem Weg nach Puerto Natales begegnen wir einer Schafherde welche von 2 Gauchos und 4 Hunden an der Strasse auf eine andere Weide oder zum Scheren gebracht werden. Nach 230 km erreichen wir das Ziel wo wir vom Wahrzeichen der Stadt (ein Riesenfaultier begrüsst werden und stellen unser WOMO auf dem Übernachtungsplatz direkt am „Seno Ultima Esperanza“ (Fjord der letzten Hoffnung????) und laufen der Küste entlang in den Ort. Wir sehen weisse Schwäne mit schwarzen Hälsen. Zu Mittag essen wir in der Pizzeria La Mesita Grande. Statt Einzeltischen gibt es dort zwei lange Tische, an der alle Gäste gemeinsam essen. Es gibt fantastische Pizza. Ebenfalls sind die Abfalleimer sehr originell. Die Sonne wärmt unser WOMO auf und wir geniessen den Sonnenuntergang.

26. November 2015

Morgens ist es dann doch recht kühl im WOMO und ich schalte um 7.00 Uhr die Heizung ein. Lege mich nochmals ins Bett und warte auf das Klicken wenn das Gas einschaltet. Nichts!!! Wir stehen auf und stellen fest, dass der ganze Aufbau ohne Strom ist. Plötzlich fängt es an zu pfeifen. Wolfgang geht dem Geräusch nach und stellt fest, dass der Pfeifton von der Steuerung der hydraulischen Stützen kommt. Da ist guter Rat teuer. Wenn der Motor läuft, funktioniert auch der 12 Volt Strom. Armin wird hinzugezogen und wir suchen die Schaltblock und die 2 Batterien vom Aufbau. Diverse Mitfahrer erscheinen und Peter, welcher etwas von dem ganzen versteht, findet schnell die Ursache. Die Sicherung der Batterien ist im Eimer. Er schaut mal in seiner Werkzeugkiste und findet eine 50 Ampèr Sicherung (drinnen war eine 40iger) Ich laufe zu Uwe und der findet noch eine passende. Die Gruppe ist so etwas von Hilfsbereit. Wir fahren los in den Nationalpark Torres del Paine. Die Piste ist zum Teil sehr schlecht und auch schmal. Vor dem Camping zweigen wir ab zum Lago Grey wo man die auf dem See treibenden Eisberge und den Gletscher in der Ferne sehen kann. Auf dem Camping erst mal das WOMO entstauben und beim Briefing gibt’s von Maria gekochten Glühwein.  Gegen 22 Uhr haben wir ein traumhaft schönes Licht auf die „Quernos del Paine.“ Es ist schon etwas Spezielles für uns, wenn wir bei Tageslicht ins Bett hüpfen.

27. Nov. 2015

In der Nacht hören wir wie es aufs Dach regnet und auch am Morgen sieht es nicht besser aus. Geplant ist eine Wanderung zum Mirador el Condor welche um 10 Uhr gestartet wird. Eine Viertelstunde vorher entscheiden wir uns, dass wir bei Regen keine Lust haben auf den Berg hochzusteigen.  Fünf Minuten vor 10 kommt die Sonne und wir steigen in die Wanderschuhe und ab geht’s.  Es ist ziemlich steil und ich komme ganz schön ins keuchen. Die Aussicht ist aber phantastisch. Leider lassen sich die Condore nicht blicken und bleiben in ihren Höhlen.  Vor ein paar Jahren hat hier ein israelischer Tourist trotz Verbot ein Feuer entfacht und viele ha Wald sind abgebrannt. Über eine Hängebrücke gelangen wir in ein Restaurant zum Essen. Die Mails können hier kurz gecheckt werden und ich habe eine Antwort vom Schweizer Konsulat. Meinen Führerschein haben sie in die Schweiz zurück geschickt und die Identitätskarte gemäss Gesetz vernichtet!!!?????!!!!!.  Ich muss nun eine unterzeichnete Vollmacht an die Botschaft senden und Janette kann die Fundgegenstände dann abholen. Mal schauen ob‘s klappt. Den Nachmittag verbringen wir ausnahmsweise mal wieder draussen bei herrlichem Sonnenschein und Temperaturen von 20 Grad.

28. November

Seit 6 Tagen campen wir ohne Strom, ohne Internet und zum Teil ohne Netz. Sämtliche Akkus der Geräte sind langsam aber sicher am Ende. Uwe gibt uns einen Inverter damit können wir einen Teil aufladen. Gleich nach dem Frühstück fahren wir ca. 10 km auf einen Parkplatz von wo wir eine wunderbare 2-stündige Wanderung vorbei an einem Wasserfall unternehmen. Danach fahren wir auf einer katastrophalen Piste nochmals 20 km zum Parkplatz wo wir an einem Fluss übernachten. Bei schönem Wetter aber Wind können wir auch heute vor dem WOMO Kaffee trinken. Wir machen noch einen kurzen Spaziergang über eine Abenteuerliche Brücke  und lassen gemütlich den Tag ausklingen. Ach was haben wir doch für ein schönes Leben!!!

29. November 2015

Wir fragen uns, woher die hier ihren Wind nehmen. Immer wenn wir denken, es wird besser wird es noch heftiger. Die ganze Nacht wurden wir durchgeschüttelt und auf der Piste hatten wir solchen Rückenwind, dass uns sogar die eigene Staubwolke überholt hat. Kurz vor der chilenischen Grenze haben wir im El Ovejero in Cerro Castillo in einem  Souvenirladen, Imbiss und Cafe eine Pause eingelegt. Die Abfertigung am Zoll ging sehr zügig, dafür hat die Einreise nach Argentinien eine Stunde gedauert. Wir übernachten auf der landestypischen Estanzia Librun wo wir Einblicke in die Schafzucht bekommen. Auch beim Scheren können wir dabei sein. Am Abend gibt es dann feines Lammfleisch. Natürlich essen wir nicht das 4 Wochen alte Lamm welches Lisa auf dem Arm trägt.