2. Dezember 2015

Mitten in der Pampa fahren wir zu einem alten Hotel, in dem angeblich schon die beiden Revolverhelden Butch Cassidy und Sundance Kid übernachtet haben. Das Hotel ist bekannt für seinen Zitronenkuchen, von dem aber leider keiner mehr da war. Aber auch der Apfelkuchen hat toll geschmeckt. Wolfgang hat sich im Souvenirshop noch einen schönen Cowboyhut aus Leder gekauft. Vorbei an diversen Aussichtspunkten mit Blick auf den Monte Fitz Roy kommen wir nach El Chaltén. Ein kleines Dorf, das sehr beliebt ist bei Backpackern. Nachdem wir das WOMO auf dem Camping platziert haben, zuerst einen feinen Nespresso getrunken, da wir heute wieder genug Strom für die Kaffeemaschine haben. Anschliessend zum Besucherzentrum gelaufen, wo wir uns mit Kartenmaterial für die geplante Wanderung morgen eingedeckt haben. Zurück zum Camping und eine kurze Siesta eingelegt. Gegen 18.30 Uhr nochmal in’s Dorf gelaufen und in einer Micro-Brauerei ein feines Feierabend Bier gezischt. Um 20.00 Uhr dann zum Briefing und anschliessend eine grosse Geburtstags Party von Peter. Er ist doch heute sage und schreibe 75 Jahre alt geworden. Kaum zu glauben. Wir wurden verwöhnt mit Whiskey, Wein, Panettone, Oliven und vielen weiteren Leckereien. Um 22.00 Uhr todmüde in’s Bett gefallen.

3. Dezember 2015

Die Gruppe unternimmt heute eine 6-stündige Wanderung. Uns ist das zu viel und wir wandern mit Manfred (seine Frau erholt sich noch von einer Erkältung) bis zum Mirador de las Aguilas. ( Adler-Aussichtspunkt )Wir haben einen wunderbaren Ausblick auf den Lago Viedma und auf der anderen Seite auf den Ort  El Chaltén. Leider versteckt sich der Fitz Roy den ganzen Tag hinter den Wolken. Wieder im Dorf versuchen wir in der Ferreteria Ersatz-Sicherungen zu bekommen. Leider gibt es keine 40 Ampère. Da es heute kein Briefing gibt, spazieren wir ins urige Restaurant  Don Guerra. Für mich gibt’s eine leckere Forelle mit Mandelsplittern und für Wolfgang Rindsfilet. Die Bedienung ist so herzlich. Mit Küsschen werden wir von Agatha und Manuel verabschiedet. Wir machen noch ein paar Verdauungsschritte und sehen einen Bus „Rotel Tours“ aus dem Bayerischen Wald. Tagsüber sitzen die Passagiere im Bus vorne und Nacht‘s schlafen sie im Anhänger. Alle 3 Tage können sie an ihr Gepäck. Wir dachten, dass nur Junge Leute so reisen würden aber alle Teilnehmer waren in unserem Alter.

4. Dezember

Das Wetter zeigt sich von der besten Seite und wir laufen zum Wasserfall „Corille del Salto „wo wir auf ein Schweizer Ehepaar treffen. Nach einem kurzen Schwatz und Picknick laufen wir wieder zurück zum WOMO und waschen dasselbe mal wieder. Wir wussten gar nicht mehr, welche Grundfarbe das Fahrzeug hat. Später kommt ein junges Paar aus Frankreich zu uns und fragt, ob wir sie morgen ein Stück mitnehmen können.  Klar doch, gar kein Problem. Wir trinken zusammen Kaffee und die beiden ziehen noch los zu einer ca. 4-stündigen Wanderung und wollen unterhalb des Fitz Roy übernachten und am Morgen ca. 5.00 Uhr den Sonnenaufgang bewundern. Wir verabschieden uns und erwarten die 2 um 9.00 Uhr für die Weiterfahrt. Mal schauen ob’s klappt.

5. Dezember

Um 5 Uhr morgens kann man den Sonnenaufgang am Fitz Roy bewundern, Die Beiden sind pünktlich auf dem Campingplatz und wir fahren um 9.00 Uhr los. Heute gibt es nichts Besonderes zu sehen. Noch auf der Teerstrasse wundern wir uns über kleine Klumpen auf der Strasse und denken, dass ein Lastwagen diese evtl. verloren hat. Plötzlich sehen wir, dass sich diese bewegen. Sind das Käfer? Wir halten an und sehen, dass es fette Heuschrecken sind. Tausende bevölkern die Strasse und ein Teil davon klebt dann am WOMO. Wir fahren durch die Pampa total 300 km, davon wieder mal 70 km Piste.  Unterwegs bei Tres Lagos nach der Tankstelle zeigt uns das Navi einen anderen Weg. Also wenden, ein Stück zurück. Wir sehen 4 WOMOS welche auf der „gesperrten Schotterpiste“ fahren. Manon kann spanisch und wir fahren zurück zur Tankstelle. Dort erklärt man uns, dass es eine neue Strasse gibt. Gottseidank nochmals 40 km geteert. Die Falschfahrer haben auch schon gewendet und holpern zurück. Schüttel schüttel. Kaum auf unserem Stellplatz in Gobernador Gregores angekommen (Wiese neben dem Fussballplatz) sehen wir schon Sabine beim Haareschneiden. Wolfgang setzt sich ebenfalls hin und entledigt sich seiner „Haarpracht“. Heute Abend ist es mal wieder richtig warm. Wir sitzen gemütlich draussen und unsere 2 Mitfahrer Manon und Julian schlagen neben uns das Zelt auf. Da sie normalerweise mit Lastwagen mitfahren können, aber Samstag und Sonntag dies nicht möglich ist, nehmen wir sie morgen nochmals mit.

6. Dezember

Es ist vorbei mit der Sonne und unterwegs fängt es leicht an zu regnen. Die 40 km Piste, welche die Gruppe im letzten Jahr noch fahren musste, ist nun auch geteert. Nach ca. 200 km erreichen wir „Bajo Caracoles“ mit 53 Einwohnern, einer Tankstelle und einem Restaurant. Wir laden unsere beiden Mitfahrer zum Kaffee ein. Danach geht’s weiter durch eine wunderschöne Landschaft mit zum Teil roter Erde. Diese besteht ebenfalls aus Vulkansteinen. Der starke Wind macht uns zu schaffen. Es ist sehr anstrengend vor allem wenn er seitlich bläst. Das WOMO hat doch eine grosse Angriffsfläche. Übernachtet wird heute wieder frei am Lago de Buenos Aires.  Wir spazieren noch etwas am See entlang und gehen früh schlafen. Unsere beiden Tramper stellen ihr Zelt hinter unserem WOMO auf damit es sie nicht wegbläst.

7. Dezember 2015

Auf dem Womotritt finden wir ein selbstgebasteltes Geschenk von unseren Mitfahrern. Heute geht's wieder 380 km durch die Pampa. Keine Häuser, wenig Verkehr und mehrheitlich geradeaus. Trotz Bestätigung der Polizei, dass die Strasse geteert ist, fahren wir 12 km Piste. Beim kreuzen der Lastwagen werden wir in riesige Staubwolken gehüllt. Julian (er ist Koch) hat eingekauft und wir werden von ihm am Abend bekocht. Es gibt feinen Risotto mit Zucchetti Pilzen und Rucola. Wir haben sehr viel Spass mit den Beiden und sie können morgen nochmals mitfahren.

8. Dezember 2015

Nach 1300 km gemeinsamer Reise heisst es: Time to say Goodbye !!!!! Wir bringen unsere 2 Franzosen noch nach Esquel zum Campingplatz wo sie Freunde treffen. Wir verabschieden uns mit herzlichen Umarmungen und ich musste unbedingt ein Foto schiessen mit Vollgepäck. Manon wiegt gerade mal 40 kg und ist 150 cm gross. Ihr Gepäck wiegt ca. die Hälfte von ihr. Am Nachmittag kommen wir in El Bolson an. Die Stadt liegt in einem Tal, eingerahmt von den Bergen der Anden, welche zum Teil noch schneebedeckt sind. Wirtschaftlich profitiert diese Region von einem Mikroklima und es gedeihen hier frühzeitig leckere Früchte. Jetzt bereits schon Kirschen und Himbeeren. 

9. Dezember 2015

Gleich nach dem Frühstück fahren wir zur 2 km entfernten Tankstelle wo unser WOMO von der dicken Staubschicht und dem Heuschrecken Friedhof gereinigt wird. Blitzblank geht's zurück zum Camping. Nach 3 Tagen mehrheitlichem fahren laufen wir heute in den Ort wo wir frische Erdbeeren und Gemüse kaufen. Hier fahren sie die ältesten Schrottkisten.