14.Juli 2015

Nach einer ruhigen Nacht fahren wir am Morgen gemütlich durch ein breites Tal auf einer guten und ganz neuen Strasse. Nach kurzer Zeit kommt der Hansanlar-Stausee in unser Sichtfeld. Hier ist vorausschauendes Fahren angesagt. Ab und zu liegen schlafende Hunde auf der Strasse oder einzelne Kühe queren die Fahrbahn. Auch die Automobilisten nehmen die Verkehrstafeln nicht wirklich ernst. Überholverbot heisst vermutlich „Vorsicht beim Überholen“ und der Blinker am Auto ist eher zur Dekoration gedacht. Wir fahren ständig leicht bergauf und erreichen eine Höhe 1200 m. Nach der Passhöhe geht’s dann steil bergab und die Strasse wird immer schmaler und steiniger. Für 30 km benötigen wir fast 2 Stunden. Und dann sind wir endlich da. Am Parkeingang gibt’s eine Hütte, welche aber nicht besetzt ist. Der Parkwächter kommt dann vorbei und kassiert die Gebühren. Auf 780 m Höhe umschliesst dichter Wald sieben geheimnisvolle Seen voller Seerosen und es gibt Kröten ohne Ende. Wölfe, Bären und Luchse soll es hier auch geben, haben sich aber bis jetzt noch nicht gezeigt. Wir ziehen uns um und umrunden 2 der Seen und steigen steil bergauf bis zu einem kleinen Wasserfall. Es ist traumhaft schön hier. Zurück beim WOMO kocht Wolfgang mein Geburtstagsmenü. Feine Spiesse vom Grill mit Gemüsereis und 1 Flasche Wein dazu. Man beachte bitte, dass 2 gefüllte Gläser auf dem Tisch stehen. Wir essen gemütlich und werden von einem Froschkonzert begleitet. Eigentlich wollte Wolfgang noch einen Geburtstagskuchen backen aber hier gibt es keinen Strom für unseren Backofen. Kein Internet, kein Fernsehen, keine Nachrichten  (Natur pur). Neben uns steht ein alter Transitbus mit einem jungen Paar aus Istanbul welche uns noch einige Tipps für die Weiterreise geben. 

15.Juli 2015

In der Nacht hat es wider erwarten geregnet und am Morgen stand der Picknickplatz unter Wasser. Wir haben auf das Frühstück im Freien verzichtet (14 Grad) und sind früh losgefahren. Die ersten 30 km auf Schotterstrassen (Erinnerungen an Namibia werden wach und ein Vorgeschmack für die Panamericana) bringen wir relativ zügig hinter uns. Bei einem Tunnel waren wir nicht ganz sicher ob die Höhe reicht. Augen zu und durch und das WOMO wurde nicht zum Cabriolet. Wir fahren über Karabük, füllen den Tank und kaufen das nötigste im Carrefour ein.  Auf dem Karavan Park in Safranbolu sind wir die einzigen Gäste und zum Duschen (wenn man es überlebt) geht’s über die stark befahrene Strasse ins gegenüberliegende Hotel. Wir montieren unsere Turnschuhe und laufen zuerst mal wieder in die falsche Richtung und suchen die Altstadt. Alles wieder zurück und nochmals gefragt. Ist nur 200 m vom Platz entfernt aber in die entgegengesetzte Richtung. Ok dann gehen wir nochmals los. Die Stadt Safranbolu ist seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe. Es ist traumhaft schön und man kann ungestört in den engen Gassen flanieren. Eine Braut stellt sich zum fotografieren noch in Pose. All den tausenden Souvenirs konnten wir problemlos widerstehen, aber in einem Geschäft mit diversen türkischen Süssigkeiten haben wir uns für die nächsten 14 Tage eingedeckt. In einem kleinen von Reben überdachten Cafe trinken wir unseren Chai und schlendern dann nochmals durch die kleine Stadt mit verschiedenen Handwerksbetrieben