1. August

Problemlos fahren wir heute wieder über die Grenze nach USA in den Staat Washington Richtung Seattle. Da auch hier keine frischen Lebensmittel eingeführt werden dürfen, geht es als erstes zu Subway zum Grosseinkauf. Danach fangen wir bei Discount Reifen an. Diese Firma liegt nur etwa 15 km nach dem Campingplatz Lake Pleasant wo wir noch den letzten Platz für 1 Nacht bekommen haben. Der wie überall nette Angestellte Brett schaut gleich in den Computer und sieht sich die Reifen auch noch draussen an. Er fängt an rumzutelefonieren. Im Staate Georgia wird er fündig und wir bestellen gleich 9 Reifen (Rosa, welche auch einen Fiat Ducato fahrt, braucht auch dringend neue Reifen). Die Lieferfrist beträgt 1 Woche. Ist uns aber so etwas von egal, dann fahren wir noch eine Schlaufe durch den Olympic Nationalpark und kommen am nächsten Sonntag wieder zurück nach Seattle. Überglücklich fahren wir zum Campground der fantastisch liegt. Kurz darauf kommt Willy mit seiner SU-SI. Wir essen nochmals zusammen, denn ab jetzt trennen sich unsere Wege.

2. August

Wir staunen nicht schlecht, als wir am Morgen rausschauen. Stark bewölkt und es regnet. Seit wir in Vancouver angekommen sind, hatten wir wirklich wunderbares Wetter. Brigitte und Willy bleiben noch eine Nacht und wir fahren weiter Richtung Olympia. Für die Umfahrung Seattle brauchen wir über 2 Stunden. Weiter geht es über Aberdeen nach Hoquiam. Dort bekommen wir wieder mal den letzten Platz aber nur für 1 Nacht auf dem gleichnamigen RV Park direkt mit Blick auf den Fluss. Das ist OK. Es ist immer noch stark bewölkt aber der Wind hat nachgelassen und wir starten zu unserem abendlichen Spaziergang am Fluss entlang. Sehr romantisch und auch aus den "totesten" Pfählen spriessen Pflanzen. Die ehemalige Bahnlinie ist schon fast komplett überwuchert. Auf dem Heimweg werden wieder süsse Brombeeren gepflückt.

 

3. August

Unseren ersten Stopp machen wir heute an der leicht zugänglichen Ruby Beach. Der Strand ist mit Treibholz übersät und es gibt tolle Felsformationen. Wir fahren noch ein Stück weiter bis La Push und dort checken wir auf dem Quileute Oceanside Resort ein. Wir richten uns ein und als erstes gibt es Kaffee und Apfelkuchen. Eine Schweizer Familie spricht uns an und bestaunt unsere Karte auf der Rückseite des WOMOS. Wir zeigen ihnen wo wir schon überall waren. Danach laufen wir ums WOMO und was sehen wir? 5 Krähen auf dem Tisch die schon den ganzen Kuchen verspeist haben. Dann gibt es halt nur Kaffee. Wir laufen am Strand entlang bis zur Second Beach an eine wunderschöne Bucht. Der Himmel reisst auf und wir können noch bis zum Abend draussen sitzen.

 

4. August

Als wir am Morgen zum WOMO rausschauen, sehen wir nur Nebel und es ist empfindlich kalt. Gerade mal 12 Grad draussen. Eine Stunde später kommt die Sonne und wir fahren zum Cape Flattery. Zunächst geht die Wanderung bei doch immer noch recht kühlen 15 Grad auf einem Waldweg, dann auf einem Boardwalk durch dichten Regenwald hinaus zu den Klippen. Von diversen Aussichtspunkten öffnet sich ein herrlicher Blick auf die wild zerklüftete Steilküste, vorgelagerte bewaldete Felsinselchen und den Leuchtturm von Tatoosh Island. Danach fahren wir auf der kurvenreichen Strasse der Küste entlang zurück bis Sekiu wo es nur sehr enge RV Parks gibt die überwiegend von Boots- und Angelenthusiasten bevölkert werden. Wir kommen an einem Motel vorbei wo oberhalb ein paar WOMO’S stehen. Wir fragen nach dem Office und der Herr erklärt uns, dass dies Privatplätze seien. Aber ein paar Meter zurück und dann eine kleine Strasse hoch sei ein kleiner Platz. Wir wenden und fahren wie erklärt hoch und landen auf einer schönen Wiese direkt oberhalb der Küste. Ganz hinten steht ein einzelnes WOMO. Der Besitzer kommt und wir bezahlen 22 Dollar bar auf die Hand und können uns einen Platz aussuchen. Sogar Strom und Wasser ist vorhanden. Den Nachmittag verbringen wir in unseren bequemen Stühlen, machen ein Feuer und geniessen die Ruhe und den Blick übers Meer auf Vancouver Island.

5. August

Die Fahrt zu den Sol Duc Hot Springs hat sich nicht gelohnt. Zuerst stehen wir eine halbe Stunde vor einer Baustelle, die eigentlich gar keine war. Dann ist der Campground voll besetzt und zum baden in der Quelle gibt es infolge Bauarbeiten keine Parkplätze für WOMOS. Also die 20 km wieder zurück und nach Port Angeles finden wir einen schönen Platz auf einem KOA Campground mit Pool und Jacuzzi und einer Feuerstelle wo heute Abend in der neuen Gusspfanne Kartoffeln gebraten werden. Hier gibt es auch mal wieder gutes Internet und ich erhalte von Tamara eine gute Nachricht. Mein Führerschein hat die Schweiz wieder erreicht. Für alle, welche die Story noch nicht kennen: In Buenos Aires wurde meine Geldbörse samt allen Ausweisen etc. geklaut. Der Führerschein landete beim Schweizer Konsulat, von dort wurde er nach Chur zum Strassenverkehrsamt geschickt, dann an unsere Heimadresse, von dort zu Tamara nach Zürich die diesen dann nach Mexico Stadt weitergeleitet hat. In den 4 Tagen wo wir dort waren, ist er aber nicht angekommen. Danach hat ein deutsches Ehepaar (Tina und Werner) diesen in Mexico in Empfang genommen und einem Schweizer, der jetzt in die Heimat geflogen ist, mitgegeben. Ende gut, alles gut!!!!!! Bin jetzt fast 50'000 km ohne gefahren!!

6. August

Gestern am späteren Nachmittag quartieren sich ganz in unserer Nähe von uns auf dem Zeltplatz 3 Familien mit insgesamt 10 Kindern ein. Seit wir Camper sind haben wir so ein Geschrei noch nicht gehört. Es tönt wie in einer Metzgerei wo die Schweine abgestochen werden. Und das über Stunden. Heute morgen um 7.00 Uhr geht es wieder los. Wir nehmen ein kurzes Frühstück und verlassen fluchtartig den Campingplatz. Wir fahren bis Tacoma, kaufen noch ein paar Sachen für's WOMO bei Campingworld ein und stellen uns auf den Majestic RV Park. Nach Rückfrage beim Reifenhändler bekommen wir später eine E-Mail, dass die Reifen erst am Mittwoch geliefert werden. Da wir auf dem Lake Pleasant Campingplatz nur für eine Nacht einen Platz reservieren konnten, fangen wir an rumzutelefonieren und finden noch einen Platz für 2 Nächte nördlich von Seattle. Unser WOMO hat heute beim anfahren so komische Geräusche abgegeben. Wir hoffen, dass der Mechaniker von Fiat in Vancouver die hinteren Bremsen richtig montiert hat!!!

8. August

Wir sind wieder in Seattle und müssen heute den Campground wechseln. Wir haben für 2 Tage auf dem Maple Grove RV Resort eingecheckt. Da die Boeing Werke ganz in der Nähe liegen, fahren wir als erstes dahin. Leider sind für heute alle Touren bereits ausgebucht. Wir reservieren für Morgen 12.00 Uhr und besichtigen heute nur die Galerie. Hier können wir ein paar Fotos schiessen, denn morgen dürfen weder Fotoapparate noch Handy's mitgenommen werden. Auch zeigt sich am Nachmittag wieder die Sonne. Gestern Abend hat es heftig geregnet.

 

9. August

Als erstes fahren wir am Vormittag zum Mukilteo Lighthouse Park. Es ist kühl, gerade mal 14 Grad, und es bläst eine kühle Brise. Hier sehen wir einen Zug, auf dem ganze Flugzeugrümpfe angeliefert werden.

Um 12.00 Uhr startet die Tour durch die Boeing Werke. Wir werden von einem Bus abgeholt und zu den diversen Hallen gefahren. Die Tour dauert 90. Minuten. Das Boeing Werk ist die größte und  wichtigste Produktionsstätte des US-Luft- und Raumfahrtkonzerns Boeing. Das Gebäude wurde 1968 für die Endmontage der Boeing 747 fertiggestellt. Aufgrund des Produktionsbeginns neuer Flugzeugmuster wie der Boeing 767 im Jahr 1980 wurden umfangreiche Erweiterungen fertiggestellt.

Auf dem Gelände, auf dem über 30.000 Boeing-Mitarbeiter in drei Schichten beschäftigt sind, befinden sich außerdem drei Lackierhallen und ein eigenes Bahnterminal zur Anlieferung von Material. Zudem befindet sich auf dem Gelände das von Boeing betriebene „Future of Flight Aviation Center“ Luftfahrtmuseum. Das Gelände umfasst 415 Hektar, von denen 282 Hektar bebaut und 86 Hektar als Fahr- und Rollwege befestigt sind. Die Fertigungshalle ist dem Volumen nach das zweitgrößte Gebäude der Welt mit 13.385.378 Kubikmetern. 

Am Nachmittag fahren wir bei abartigem Verkehr zum 25 km entfernten Seattle Premium Outlets wo ich neue "Birkenstock" Latschen kaufe.