3. / 4. September

Wir wollen 2 Tage am Pyramid Lake verbringen. Immer am 1. Montag im September ist Labor Day (so wie bei uns 1. Mai) und die Leute haben ein verlängertes Wochenende. Der Pyramid Lake (480 km2) befindet sich in der gleichnamigen Reservation der Paiute Indianer.  Hier darf man überall am Seeufer campen und auch im See baden. Man benötigt dafür ein User Permit welches man in der Ranger Station in Sutcliffe erhält. Wir fahren die verschiedenen Strandabschnitte ab und möchten natürlich so nahe wie möglich an den See und prompt graben wir das WOMO ein. Es gibt kein vor und kein zurück. Ein netter junger Mann kommt uns mit seinem Pickup zu Hilfe und zieht uns raus. Wir sind von oben bis unten eingestaubt. Das frischgewaschene WOMO auch!!! Also zurück zum ersten Ort wo wir uns auf einem asphaltierten Platz stellen und sofort in den See springen. Auf unserem obligaten Abendspaziergang rennen Dutzende von Hasen durch die Büsche. Gleich neben uns steht ein deutsches kleines WOMO und wir kommen sofort in Kontakt mit Heidi und Tom. Lustiger weise haben sie auf ihren Reisen Tina und Werner angetroffen, das sind die 2, die meinen Führerschein in Mexico an sich genommen haben. Die Welt ist klein. Die Beiden sind auch schon fast auf der ganzen Welt rumgereist und am Abend sitzen wir bei einem Glas Wein zusammen und es gibt einen fantastischen Sternenhimmel. Wir haben die Michstrasse noch nie so deutlich gesehen. Hier gibt es keine Häuser oder andere Lichtquellen, die das Spektakel verfälschen.

5. September

Nach einem ruhigen Tag noch immer in Gesellschaft von Heidi und Tom, den 2 reiseverücktesten, welche wir auf unserer Reise begegnet sind, verabschieden wir uns am Morgen von den Beiden und Heidi schenkt uns zum Abschied noch einen selbstgefertigten Schutzengel. Herzlichen Dank euch Beiden für die interessanten Reiseerzählungen. Gegen Mittag treffen wir in Reno ein und als erstes Ziel steuern wir den Safeway an um den Kühlschrank wieder aufzufüllen. Wir kaufen eigentlich nur das nötigste ein und an de Kasse beim rausgehen frage ich Wolfgang: Wie viel haben wir ausgegeben? Seine Antwort nach einem Blick auf den Kassazettel: 90 Dollar!!! Waaaaas, das ist doch unmöglich und wir schauen uns den Zettel genauer an. Wir haben eine kleine Tüte getrocknete Morcheln gekauft welche sage und schreibe 24.99 gekostet haben. Die geben wir wieder zurück denn auf dem Preisschild am Regal stand 4.99 Dollar. Also zurück zur Kasse und eine Dame begleitet uns zum Regal. Sie kann auch keinen anderen Preis finden und kann sich über diesen Preis auch nur wundern. Am Kundenservice sagt sie uns, dass sie uns die Pilze zu dem angeschriebenen Preis gibt und händigt und 20 Dollar aus. Gemäss einem Tipp von Tom kann man auch kostenlos bei den Baumärkten von Lowe's übernachten. Da es aber recht warm ist und erst kurz nach Mittag, entscheiden wir uns doch für den Grand Sierra Resort RV Park. Er liegt relativ zentral und ist gleich neben dem Casino. Wir durchqueren die Spielhallen, zocken für 20 Dollar und schauen auf dem Rückweg den Spielern der Driving Range zu, welche versuchen, die Golfbälle auf Hindernissen mitten auf dem kleinen See zu platzieren.

6. September

Wir wundern uns über die vielen total verstaubten Wohnmobile und hunderte von verrückten Typen in Hippie Kostümen und wir fragen mal an der Reception was hier los ist. Wir werden informiert, dass  das Burning Man Festival stattfand. Dies ist ein   jährlich stattfindendes Festival im US-Bundesstaat Nevada in der Black Rock Desert und ist ca. 150 km von Reno entfernt.

Das Festival dauert acht Tage und endet traditionell am ersten Montag im September, dem US-amerikanischen Labor Day. Seine Kernveranstaltung ist das Verbrennen einer sich jährlich verändernden menschlichen Statue – der Burning Man – am sechsten Festivaltag. Das Ticket kostet 400 US Dollar und 70'000 Menschen nahmen dieses Jahr daran teil. Vor 13 Jahren Jahren hat das Festival angefangen mit 20 Besuchern.

Wir Frühstücken heute ausnahmsweise im Casino und fahren anschliessend mit dem Taxi in die Stadt und besichtigen als erstes das National Automobile Museum welches sich in einem architektonischen Vorzeigebau befindet. Es beherbergt eine phänomenale Ausstellung historischer Fahrzeuge. Die Wagen kommen aus aller Welt und sie sehen mehrheitlich aus als ob sie gerade die Fabrik verlassen hätten. Ein Rolls Royce ist komplett aus Kupfer und 2 Mitarbeiter sind gerade dabei, diesen zu polieren. So eine Ausstellung haben wir noch nie gesehen. War ganz toll. Danach marschieren wir durch das Tor hinein in die Stadt. Ist natürlich kein Vergleich zu Las Vegas. Alles schon ziemlich in die Jahre gekommen. Mit dem Taxi wieder zurück zum Camping wo wir neue Nachbarn bekommen haben. Das junge Paar war 7 Tage am Festival. Er kommt aus Neuseeland und sie aus Frankreich. Die beiden haben vor drei Wochen in Las Vegas geheiratet. Wir trinken zusammen feinen Nespresso und es ist ein sehr interessanter Nachmittag.