18. / 19. November

Kaum haben wir unseren Einkauf bei Walmart erledigt, fängt es an zu regnen. Nach ca. 50 km wird das Wetter besser und als wir auf dem "Graceland RV Park" welcher nur einen Katzensprung von Graceland entfernt liegt, ankommen, scheint schon wieder die Sonne bei 25 Grad. Wir richten uns ein, trinken draussen noch einen feinen Nespresso und wollen so gegen 17.00 Uhr zum Rock n' Roll Cafe ganz in der Nähe. Aber kurz vorher öffnet Petrus die Schleusen und ein 4-stündiges heftiges Gewitter prasselt auf uns nieder. Also bleibt uns nichts anderes übrig als im WOMO zu bleiben. Auch wird es recht kühl.

Am Morgen geht's dann auf nach Graceland. Elvis ist in Memphis all gegenwärtig und zieht nach wie vor viele Besucher an. Seit 1982 pilgerten 20.000 Millionen Menschen nach Graceland, um sich dort Elvis Wohnhaus, seine beiden Flugzeuge und weitere Museen anzuschauen. Wir buchen für schlappe 80 Dollar pro Person die VIP Tour, werden mit dem Shuttle zum Haus gefahren und bekommen ein I-Pad und Kopfhörer (Führung auch auf Deutsch) ausgehändigt und können uns das Haus und die Grabstätte anschauen. Äußerlich ist das Haus eine ansehnliche, konventionelle Südstaatenvilla, aber innen zunächst weniger spektakulär als man vielleicht erwartet. Speise-, Wohn-, Musikzimmer und Küche im Erdgeschoss sind typische Beispiele des Zeitgeschmacks, erst der Keller zeigt sich ausgeflippter: Im »Dschungelraum« nahm Elvis Platten auf; und auch Billard- und TV-Raum fallen aus dem Rahmen. Am Pool vorbei geht es zur Racquetball Hall, wo der Star kurz vor seinem Tod noch am Piano saß. Endpunkt der Tour ist der Meditation Garden mit der Grabstätte von Elvis (er starb 1977) . Im Automobilmuseum kann man 22 Fahrzeuge aus einstigem Elvis-Besitz, darunter der berühmte Pink Cadillac von 1955 bestaunen . Es ist wirklich sehr interessant und wenn man schon mal hier ist es ein MUSS. Natürlich gibt es viele Souvenirshops mit "Kitsch" ohne Ende.

Am Nachmittag fahren wir mit einem kleinen Shuttle in die Stadt und steigen an der Beale Street aus. Tagsüber ist es eher ruhig aber am Abend soll hier so richtig die Post abgehen. Wir schlendern die Fussgängerzone rauf und runter, und besuchen das altehrwürdige Peabody Hotel von 1869. Es avanciert zweimal täglich zum Publikumsmagneten. Um Punkt 11.00 Uhr watscheln fünf gewöhnliche Stockenten (die Peabody Ducks) begleitet vom King Cotton Marsch und 2 uniformieren Lakaien auf einem roten Teppich vom Aufzug zu einem kleinen Brunnen im Foyer und um 17.00 Uhr wieder zurück in ihren Duck Palace auf dem Dachgarten des Hotels.

Nachdem wir am Standort für den Shuttle über 20 Minuten erfolglos gewartet haben, beschliessen wir, ein Taxi für die Rückfahrt zu nehmen. Weit und breit aber keins in Sicht und die kalte Biese geht durch Mark und Bein. Ein Hotel Shuttle hält und wir fragen ihn nach einem Taxistand. Er zeigt uns eine Visitenkarte von einem Limousinenservice und er ruft dort auch gleich an um den Preis anzufragen. Nach 5 Minuten hält der schwarze Lincoln mit ebensolchem Fahrer und wir werden zurück nach Graceland chauffiert. Über den Preis bewahren wir stillschweigen.