23. November

Als erstes werden am Morgen die Gasflaschen wieder gefüllt. Die letzten Tage und Nächte waren sehr kühl und wir haben viel geheizt denn wir wollten uns nicht den Allerwertesten abfrieren. Noch einkaufen und dann weiter nach Lynchburg.

Das kleine Nest Lynchburg wäre ein unbedeutender winziger Fleck auf der Landkarte, hätte nicht ein gewisser Jasper Newton Daniel als 16jähriger in den 1860er-Jahren per Handschlag und mit Schulden die erste Whiskey-Distellerie in den USA gegründet und sie 1866 als "No1" eintragen lassen.

Der Parkplatz ist rappelvoll und wir finden gerade noch einen Parkplatz. Vor dem Eingang steht ein Weihnachtsbaum anderer Art. Laut Reiseführer findet hier alle 30 Minuten eine Gratisführung statt. Weit gefehlt. Für 17 Dollar pro Person kann man mit vielen anderen Besuchern in einen Bus steigen und wird zur Fabrik gefahren. Dazu haben wir aber keine Lust. Wir schauen uns ein bisschen um und streifen durch den Laden. Die Preise für eine Flasche liegen zwischen 35 und 100 Dollar.

Wir besichtigen das beschauliche Lynchburg ein kleiner Ort wie aus dem amerikanischen Bilderbuch. Wie alles in USA, sind hier auch die Stühle grösser.

20 km vor unserem heutigen Ziel stehen wir plötzlich im Stau. Wir benötigen für 10 km bis zur Abfahrt fast eine Stunde. Der Grund des Staus wird sein, dass Morgen "Thanksgiving" gefeiert wird und viele Leute ihre Familien besuchen. Da wir heute wieder die Uhr um 1 Stunde vorstellen, kommen wir erst kurz vor 17.00 Uhr auf dem Campingplatz Raccoon Mountain an. 

 

24. November

In der Nacht regnet es und am Morgen ist es immer noch stark bewölkt. Deshalb lohn es sich nicht, mit der angeblich steilsten Zahnradbahn dieser Art der Welt (Steigung 73%) auf den Lookout Mountain hochzufahren.  Wir entscheiden uns für einen Stadtbummel. Die Stadt ist wie ausgestorben. Wir parken beim Bahnhof der Chattanooga Choo-Choo-Bahn. Der Bahnhof wurde einst stillgelegt. In den 1980er Jahren renovierte man ihn und setzte den buntbemalten Choo-Choo samt Waggons auf die Gleise eines der alten Bahnsteige. Durch den Glenn Miller Song „Chattanooga Choo-Choo“ für den Film Sun Valley Serenade wurde Chattanooga weltbekannt.

 

Wir laufen zum Tennessee River aber sämtliche Geschäfte sowie Restaurants und Café’s sind geschlossen. Auch der kostenfreie Shuttle fährt heute nicht. Alle feiern Thanks Giving. Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zuerst Richtung Süden, erreichen bald Georgia und umfahren auf einer 6-spurigen Autobahn die Millionenstadt Atlanta. Am späten Nachmittag erreichen wir den Riverside Estates RV Park in Covington. Keine Menschenseele im Office nur ein Zettel, dass in 15 Minuten wieder jemand vor Ort sei. Also checken wir uns selber ein und schauen so in einer Stunde nochmals im Office vorbei. Der Zettel hängt immer noch dort. Bis zum Abend lässt sich auch niemand mehr blicken.

 

25. November

Heute ist ein Fahrtag angesagt mit einem kleinen Zwischenstopp in Madison. Hier stehen pittoreske Villen aus der Zeit von 1830 – 1860. Einige dieser wunderschönen Häuser stehen auch zum Verkauf. Mit dem farbigen Laub der Bäume sieht es einfach toll aus. Auch gibt es hier schöne Geschäfte und ich kaufe mir doch glatt eine schöne Tunika. Wir übernachten in Lexington und fahren dann Morgen weiter bis Charleston.