26. Mai

Dem Price River und der Bahnlinie entlang fahren wir Nach Salt Lake City. Bei den hohen Felsen hoffen wir immer, dass die Steine oben bleiben. Am Mittag erreichen wir den vorreservierten Campground.

Der Campingplatz liegt sehr zentral d.h. nur 4 km von Zentrum entfernt und gleich vor dem Eingang gibt es eine Strassenbahn-Haltestelle. Da wir ja fit bleiben wollen, laufen wir in die Stadt. Alles ist so etwas von sauber, dass es schon fast steril wirkt und überall gibt es Blumen. Als erstes besuchen wir das Visitor Center und decken uns mit diversen Prospekten ein. Da Wolfgang im Internet einen Tabakladen gefunden hat, und der doch etwas entfernt liegt, nehmen wir uns ein Taxi. Hier gibt es private Taxis und wir steigen in einen Lincoln. Nach ca. 10 Minuten Fahrt erreichen wir das Geschäft. Der Fahrer wartet auf uns und Wolfgang kann in aller Ruhe an den diversen Gläsern mit Tabak riechen. Wieder eingedeckt geht es zurück und wir steigen vor dem riesigen Mormonen Tempel aus. Ab 1858 wurde Granit vom Little Cottonwood Canyon – rund 30 km südöstlich der Baustelle verbaut. Der Transport erfolgte mit Ochsenkarren. Ab 1869 erfolgte der Transport mit der Eisenbahn. Der Bau verzögerte sich immer wieder und kam während der staatlichen Verfolgung der Mormonen in den 1880er Jahren ganz zum Erliegen. Nach der Abschaffung der Polygamie im Jahre 1890 und dem damit einhergehenden Ende der Verfolgung wurde der Bau forciert wieder aufgenommen. Als der Bau schließlich vollendet war, wurde der Tempel am 6. April 1893 eingeweiht; exakt vierzig Jahre, nachdem mit dem Bau begonnen wurde. Der Tempel ist 64 m hoch und hat eine Grundfläche von etwa 23.500 m². Er ist das Herzstück des 40.000 m² großen Temple Square. Wie bei allen Tempeln dieser Kirche ist der Zutritt nur Kirchenmitgliedern mit gültigem Empfehlungsschreiben des eigenen Bischofs gestattet. Im dortigen Informationscenter gibt es aber ein Modell wie es innen aussieht.

Wir essen ganz in der Nähe im "Texas de Brazil" Steakhouse. Es gibt ein Salatbuffet mit 50 verschiedenen Köstlichkeiten, danach ein Lobstersüppchen und danach wird Fleisch am Spiess serviert und man kann soviel essen wie man will. Zum Dessert dann noch einen Käsekuchen mit Amarula. Und das alles zum Schnäppchenpreis von 170 Dollar inkl. Trinkgeld :-). Wir leben zwar über unsere Verhältnisse, aber immer noch nicht standesgemäss. Da immer am Donnerstag der weltbekannte Mormon  Tabernacle Chor öffentlich probt, stellen wir uns ganz diszipliniert in die Reihe und warten bis die Tür um 19.30 Uhr geöffnet wird. Er wurde so konstruiert, dass ein Redner von jedem der Anwesenden ohne damals noch nicht existierende Verstärker und Lautsprecher gehört werden kann. Die gute Raumakustik rührt u. a. daher, dass dem Kalkputz größere Mengen von Tierhaaren beigemischt wurden, wodurch der Schall besser absorbiert wird. Eine optimale Nachhallzeit von 2,2 Sekunden wird recht genau erreicht, wenn etwa 2.500 Zuhörer anwesend sind. Die Orgel besitzt über 10'000 Pfeifen wovon aber nur wenige zu sehen sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch Fragen????????

27. Mai

Ausser Spesen fast nichts gewesen. Wir können mit dem kostenlosen Shuttlebus vom Campingplatz zum Temple Square fahren. Dort besuchen wir als erstes das Visitor Center und kaufen zwei Connect Pass für diverse Museen, Zoo, Botanischer Garten etc. etc. Danach lösen wir zwei 2 Tageskarten für den Hop-on-Hop-off Bus. Der fährt um 11.00 Uhr los. Die Erklärungen sind nur in englisch und nur über einen Lautsprecher im Bus. Da wir aber im freien sitzen und eine Horde schwatzender holländischer Frauen hinter uns haben, verstehen wir schon mal gar nichts. Auf dem Fahrplan ist ersichtlich, dass heute nur alle 1 3/4 Stunden ein Bus fährt. Also wenn man kurz was anschauen möchte, wartet man eine Ewigkeit. Eigentlich möchten wir in unter anderem in den Zoo. Wir fahren mal 5 Stationen bis zum Capitol Hill. Wir besichtigen das riesig Bauwerk und danach geht's mal zu Fuss 3 Stationen über die Kathedrale Madeleine bis zum Governor's Mansion. Unterwegs haben wir noch Zeit für einen Kaffee. Rechtzeitig stehen wir an der Haltestelle und warten vergeblich 25 Minuten auf den Bus. Ziemlich sauer latschen wir zurück in die Stadt wieder zum Visitor Center wo wir auch gestartet sind. Es ist noch die gleiche Dame dort und wir verlangen unser Geld zurück. Sie erklärt uns, dass der Bus mit 15 Minuten Verspätung gestartet sei. Kann ja nicht sein, da wir 25 Minuten gewartet haben und dann auf dem Rückweg dem Bus nicht begegnet sind. Anstandslos bekommen wir die 62 Dollar zurück. Zum Zoo reicht es aber zeitlich nicht mehr. Also fahren wir mit der Strassenbahn zurück zum WOMO.

Gegen Abend machen wir das WOMO startklar und fahren ins Planetarium.  Dort schauen wir uns im I-Max einen 3-D Film an gefilmt in und aus der Raumstation ISS. War sehr interessant. Danach gucken wir uns noch die diversen Ausstellobjekte an und im Shop probiert Wolfgang die neue Taucherbrille an.

Da die Mormonen neben Kaffee, Tabak, Alkohol auch Empfängnisverhütung ablehnen, stehen wir mit gefühlten 5'000 Kindern mit ihren Eltern am Eingang vom Zoo. Wir laufen zügig durch und nach einer Stunde flüchten wir Richtung Botanischer Garten. Wow, was für eine himmlische Ruhe und fantastische Blumenpracht.

Zurück auf dem Campingplatz wird mal wieder das WOMO auf Vordermann gebracht. Der Platz ist recht gross und fast ausgebucht. Wir fragen uns, warum müssen so viele Camper so viele doofe, kleine Kläffhunde mitnehmen?? Es ist so was von nervig, wenn die mit ihren Hunden Gassi gehen und bei jedem WOMO wo sie vorbeilaufen kläfft so ein Köter. Wir entschliessen uns deshalb, nochmals mit der Strassenbahn in die Stadt zu fahren und ein bisschen durch's Shoppingcenter zu flanieren. Bei Salomon finden wir noch neue Wanderschuhe. Da wir ja soooooo viel laufen, gibt es bei den alten Schuhen gar kein Profil mehr. Bevor wir wieder zurückfahren, will ich noch schnell in die "CHURCH OF JESUS CHRIST OF LETTER-DAY SAINTS" reinschauen. Wir kommen gerade rechtzeitig zu einem Konzert wo Familien musizieren. Die kleinsten sind ca. 6 Jahre alt. Sie spielen wunderbare klassische Musik von Brahms über Ravel bis Vivaldi. Und wie immer ist alles kostenlos.